Logistik für Stuttgart 21 Auf der Suche nach einer Alternativroute

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In Wangen unternehmen Bürger erneut einen Anlauf, den Stuttgart-21-Verkehr umzulenken. Der neue Hoffnungsträger heißt Langwiesenweg.

Ist der Langwiesenweg die gesuchte Lkw-Verbindung zur Bundesstraße 10? Foto: Zweygarth
Ist der Langwiesenweg die gesuchte Lkw-Verbindung zur Bundesstraße 10? Foto: Zweygarth

Stuttgart - Jetzt heißt der Hoffnungsträger Langwiesenweg. Seit Jahren schon suchen Wangener Bürger, die den Baustellenverkehr wegen Stuttgart 21 fürchten, nach Wegen, wie die Belastung des Stadtteils verringert werden könnte. Am Montagabend stellten rund 100 Zuhörer im evangelischen Gemeindesaal der Bahn erneut kritische Fragen zum Logistikkonzept. Auf jenem Verbindungsweg durch das Gewerbegebiet, so der Wunsch, könnte vielleicht eine Baustraße zur B 10 entstehen, um dadurch die Verkehrsbelastung auf der Ulmer Straße zu reduzieren.

Ob der angesetzte Termin angesichts der aktuellen politischen Entwicklung nach der Landtagswahl überhaupt sinnvoll sei, wollte ein Bürger wissen. Man befinde sich zwar in einem "stehenden Verfahren", nach dem vorliegenden Plan wolle der Konzern aber im Spätherbst mit der Einrichtung der Baustelle beginnen, war die Antwort von Eckart Fricke, dem Konzernbevollmächtigen der Bahn AG für das Land.

Verkehrsaufkommen wird steigen

Vom ehemaligen Verkehrsübungsplatz in Wangen aus soll ein 5,7 Kilometer langes Teilstück des etwa 33 Kilometer langen Tunnelsystems von Stuttgart 21, das Wangen in Richtung Obertürkheim unterqueren soll, gegraben werden. Von dort sollen Lastwagen 680.000 Kubikmeter Erdreich über die Ulmer Straße und die Gaisburger Brücke zur B10 abtransportieren. In der Hauptbauzeit von zweieinhalb Jahren werden nach den Plänen auf der Ulmer Straße zwischen 7 und 20 Uhr bis zu 570 Lastwagen pro Tag verkehren. Dadurch wird nach den Berechnungen dort das Verkehrsaufkommen von derzeit 14.000 bis 15.500 Fahrzeugen am Tag um 3,7 Prozent steigen.

Die von dem CDU-Bezirksbeirat Marijam Laszlo vorgetragene Hoffnung, durch ein anderes Tunnelvortriebsverfahren könnte die Baustelle in Wangen überflüssig werden, verneinte Echart Fricke. "Wir brauchen diesen Zwischenangriff", sagte er. Fricke sagte aber zu, dass man die neue Idee, den Verkehr über den Langwiesenweg zu lenken, prüfen werde. Marijam Laszlo ist überzeugt, dass die Ulmer Straße den zusätzliche Lastwagenverkehr nicht einfach aufnehmen könne. Laszlo: "Von der Baustelle dort in den fließenden Verkehr - das funktioniert nicht."

Die Bürger in Wangen haben in den vergangenen Jahren mehrere bisher vergebliche Versuche unternommen, eine Alternative zur jetzigen Abfuhrroute zu finden. Aus der vorgeschlagenen Baustraße auf einer stillgelegten Gleistrasse wurde aus Kostengründen nichts, ebenso wenig aus dem Vorschlag, ein Förderband zu installieren.