Logistikzentrum für Motorsägenhersteller in Ludwigsburg Stihl baut Standort in der Weststadt aus

Ludwigsburg bleibt Logistikstandort für Stihl. Foto: stz
Ludwigsburg bleibt Logistikstandort für Stihl. Foto: stz

Ludwigsburg bleibt Standort für den weltweiten Vertrieb von Motorsägen: Die Stihl-Gruppe investiert 50 Millionen Euro für den Ausbau des Logistikzentrums an der Kammererstraße.

Ludwigsburg: Ludwig Laibacher (lai)
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Ludwigsburg - Der Motorsägenhersteller Stihl expandiert weiter – und davon wird auch Ludwigsburg profitieren. Schon bisher unterhält das Unternehmen an der Kammererstraße in der Weststadt sein Logistikzentrum für den weltweiten Warenvertrieb. Diese Anlage soll nun um eine Fläche von 10 000 Quadratmetern erweitert werden. Im Gegenzug aber wird es eine Verlagerung der Stihl-Abteilung geben, die bisher an der Mörikestraße arbeitet: Sie wird nach und nach an den Stammsitz Waiblingen abwandern.

Erweiterung und Modernisierung

Ludwigsburg bleibe trotz aller Umwandlungen in der mittelständisch geprägten Stihl-Gruppe ein wichtiger Standort, sagt Stefan Caspari. „Die Lage ist für uns sehr günstig“, sagt der Firmensprecher. Einerseits gebe es die gute Anbindung an die Autobahn, andererseits den Schienenanschluss zur nahen Bahnlinie. Beides gewichtige Argumente für den Verbleib in Ludwigsburg. „Alle unsere Produkte kommen erst einmal ins Werk 7 an die Kammererstraße, um von hier aus in 160 Länder versandt zu werden“, sagt Caspari.

Und hier verfügt das Unternehmen auch noch über bisher wenig oder gar nicht genutzte freie Flächen. Das bereits bestehende Logistikzentrum ist 37 000 Quadratmeter groß, es soll um besagte 10 000 Quadtatmeter wachsen. Ob als Anbau oder in Form eigenständiger Hallen, ist noch offen. Fest steht, dass damit ein weiterer Modernisierungsschub angestrebt wird. Viele Verfahren sollen vereinfacht und damit beschleunigt werden. „Wie viel Automatisierung das am Ende bedeutet, muss sich erst zeigen“, sagt der Firmensprecher. Bisher gebe es nur den Grundsatzbeschluss, die Planung werde erst im Laufe des kommenden Jahres konkreter erarbeitet. Der Baubeginn soll im Dezember 2016 sein und die neue Anlage Anfang 2019 in Betrieb gehen.

Kernstück der Erneuerung ist der Umbau der Produktlogistik im Stammhaus Waiblingen. Das Gebäude dort ist fast fertig, sobald alles nach Plan läuft, werde die Belegschaft der Mörikestraße dorthin umziehen. Allerdings nicht alle 154 Mitarbeiter, versichert Caspari. „Wir werden die natürliche Fluktuation nutzen“, sagt er.

„Das Familienunternehmen Stihl bekennt sich erneut mit Verträgen und Investitionen klar zum deutschen Standort“, sagt der Vorstandsvorsitzende Bertram Kandziora. „Wir stellen damit die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft.“ Rund 300 Millionen Euro will der Motorsägenbauer bis 2018 in seine deutschen Standorte investieren. Allein in den Ausbau des Logistikzentrums in Ludwigsburg sollen mehr als 50 Millionen Euro fließen.

Beschäftigungsgarantie bis 2020

Die Stihl-Gruppe unterscheide ihre Produktpalette entsprechend einer Aufspaltung der Kunden in drei Segmente, erläutert der Pressesprecher: das sogenannte Einstiegssegment, mit dem vor allem die Amateure gemeint sind, die Kundengruppe der Farmer und Bauern sowie die der Profis. „Die meisten Zuwächse haben wir zurzeit im Bereich des Einstiegssegments“, sagt Caspari. Allerdings sei die Trennlinie nicht überall gleich scharf und somit der Gebrauch je nach Land unterschiedlich. So würden etwa Motorsägen, die hierzulande bevorzugt von Amateuren nachgefragt werden, in Russland von professionellen Holzfällern eingesetzt.

Die Geschäftsführung will die Position im internationalen Wettbewerb mit mehr Effizienz, Arbeitszeitflexibilität und einer deutlichen Kostensenkung verbessern. Im Gegenzug aber hat sie der Stammbelegschaft eine Beschäftigungsgarantie bis Ende des Jahres 2020 gegeben.




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