Logistikzentrum in Alfdorf TRW will sich vergrößern

Airbags, wie hier auf dem Bild zu sehen, gehören zu den wichtigsten Produkten des Zulieferers ZF-TRW. Foto: ZF
Airbags, wie hier auf dem Bild zu sehen, gehören zu den wichtigsten Produkten des Zulieferers ZF-TRW. Foto: ZF

Der zum ZF-Konzern gehörende Automobilzulieferer TRW plant ein neues Logistikzentrum neben seinem Alfdorfer Werk. Dafür will der Airbag- und Sicherheitsgurtspezialist mehr als zehn Millionen Euro investieren.

Rems-Murr: Oliver Hillinger (hll)
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Alfdrof - Wer Alfdorf in östlicher Richtung verlässt, kann den größten Arbeitgeber der Gemeinde nicht übersehen. Auf einer Anhöhe oberhalb der Straße thront auf 40 000 Quadratmetern die Firma ZF-TRW, die Sicherheitssysteme für die Automobilindustrie herstellt und im Mai 2015 von dem Friedrichshafener ZF-Konzern übernommen worden ist. Jetzt plant das Unternehmen, das allein in Alfdorf 1600 Beschäftigte hat, eine deutliche Erweiterung: ein 13 000 Quadratmeter großes Logistikzentrum, das von einem Investor an einem Abhang südlich des Betriebs errichtet werden soll. Man wolle damit bis Ende 2018 ein angemietetes Zentrum ersetzen, das die Firma bislang in Mögglingen (Ostalbkreis) betreibe, sagt der Werkleiter Michael Ruster. Er spricht von Investitionskosten von „mehr als zehn Millionen Euro“.

Shuttleverkehr fällt weg

ZF-TRW ist längst weltweit tätig, in Fahrzeugen aller namhaften Hersteller finden sich Gurt- und Airbagsysteme. Alfdorf hat für den Konzern zwei Funktionen. Rund 1000 Beschäftigte entwickeln dort neue Sicherheitssysteme, zudem ist der Standort zu einem sogenannten Komponentenwerk mit 550 Beschäftigen umgerüstet worden, in dem in Spritzgusstechnik und mit Stanzpressen die Einzelteile gefertigt werden. Montiert werden die Teile in Zweigwerken in Tschechien und Polen, was etliche Lastwagenfuhren mit sich bringt. Ein eigenes Logistikzentrum in Alfdorf würde die Warenströme optimieren und den angemieteten Vertriebsstandort überflüssig machen, sagt Ruster. Nach jetzigen Berechnungen gehe man davon aus, dass sich die Zahl der Lastwagenfuhren damit von bisher täglich 90 auf 70 verringern lasse – der bisherige Shuttleverkehr nach Mögglingen falle weg.

Den Erweiterungsplänen sind indes Grenzen gesetzt. In nördlicher Richtung ist eine Erdölpipeline im Weg. Sollte die Gemeinde dem Vorhaben nicht zustimmen, stehe zwar nicht der Entwicklungsstandort zur Disposition. Er könne jedoch nicht ausschließen, dass es dann neue Überlegungen geben könnte, das Komponentenwerk ebenfalls ins Ausland zu verlagern, sagt Ruster. Eine Investition in dieser Höhe bedeute „ein sehr deutliches Bekenntnis zum Standort“. Außerdem sei geplant, die Entwicklungsabteilung mit weiteren 50 Ingenieuren zu verstärken.

Wohlwollen aus dem Rathaus

Das Alfdorfer Rathaus unterstützt das Projekt. Die Gemeinde begleite die Erweiterung sehr positiv, sagt der Bürgermeister Michael Segan – besonders vor dem Hintergrund, dass der große Automobilzulieferer investiere, während andere große Arbeitgeber in der Gegend wie Bosch Lenksysteme in Schwäbisch Gmünd oder der Elektromotorenhersteller ATB in Welzheim den Verlust von Arbeitsplätzen angekündigt haben. Bereits vor einigen Monaten habe der Alfdorfer Gemeinderat den Verhandlungen zugestimmt, jetzt haben die Investoren das Projekt auch den Bürgern vorgestellt.

Von diesen kam keine laute Kritik, aber leise Skepsis, was die zukünftige Belastung durch Lastwagen betrifft. Die Gemeinde plane, einen Feldweg, der von der Landesstraße zum Gelände führe, zur Zufahrt auszubauen, sagt Segan. Die Straße Brühlweg wird durch das neue Logistikzentrum unterbrochen und zur Sackgasse – für Fußgänger und Radfahrer soll ein Feldweg ausgebaut werden, der das neue Logistikzentrum umrundet. Mehr Lastwagen in der Alfdorfer Ortsmitte seien nicht zu erwarten, sagt Ruster. Die meisten Fuhren würden das künftige Logistikzentrum in östlicher Richtung verlassen.




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