Lokal in Winnenden Darum schließt das Café Glückskind
Seit 2016 betreiben Manuel und Annika Braun den beliebten Mix aus Café, Bar und Lounge. Doch ab März ist damit Schluss – in einem Video haben die beiden ein neues Projekt angekündigt.
Seit 2016 betreiben Manuel und Annika Braun den beliebten Mix aus Café, Bar und Lounge. Doch ab März ist damit Schluss – in einem Video haben die beiden ein neues Projekt angekündigt.
Auch wenn sie vom Glück erzählen, gute Gäste, Geschäftspartner oder Nachbarn zu haben: Richtig freudig sehen die Winnender Gastronomen Manuel und Annika Braun in ihrem Video nicht aus. „Es ist ein Hauch von Abschied, der weht“, sagt Manuel Braun in dem Clip, der auf Instagram die Runde macht. Darin kündigen sie an, im beliebten Café Glückskind aufzuhören.
2016 hatte er das Lokal eröffnet – als erst 19-jähriger Quereinsteiger, direkt nach dem Abitur. Seine Freundin Annika Traffa, gelernte Industriekauffrau, stieg später mit ein. In der Zwischenzeit hat sich vieles getan: Manuel Braun hat den Beruf des Kochs erlernt, die beiden haben geheiratet, inzwischen sind sie beide 25 Jahre alt.
Das Konzept im Glückskind ist eine Mischung aus Café, Bar und Lounge, die sich sowohl für einen gemütlichen Fair-Trade-Kaffee, für das Feierabendbier oder ein regionales Viertele mit Familie oder Kollegen anbietet. Das alles in recht hippem Anstrich und mit möglichst nachhaltigen und regionalen Produkten. „Das Glückskind sollte immer eine Art zweites Wohnzimmer sein – ein Ort, an den man geht und weiß, dass man dort jemanden kennt“, sagt Annika Braun.
Im Glückskind gibt es Frühstück, Kuchen nach Rezepten der Großmutter, Maultaschenburger, Bier aus dem Schönbuch und Sekt aus Esslingen. Immer wieder steht Livemusik auf dem Programm. Doch nicht mehr lange: Im März werden die Brauns die Türen des Glückskinds zumachen. Annika Braun betont, die Schließung habe keine wirtschaftlichen Gründe. „Im Gegenteil, wir haben uns entschieden zu gehen, wenn es richtig gut läuft.“ Den konkreten Anlass verraten die Gastronomen in ihrem Video: „Wer uns kennt, weiß, dass schon lange unser Traum ist, ein eigenes Restaurant zu eröffnen“, sagt Annika Braun. Sie hätten seit Jahren darauf hingearbeitet – und nun endlich ein geeignetes Objekt gefunden. „Das bedeutet aber auch, dass wir hier einen Punkt setzen müssen“, sagt Manuel Braun. Noch bis einschließlich 10. März ist das Glückskind geöffnet – „haltet euch den Tag für eine letzte Fete frei“, meint Manuel Braun, an die Gäste des Glückskinds gerichtet.
Im Gespräch betont Annika Braun, dass das Glückskind nicht als vorübergehendes Projekt geplant gewesen sei: „Der Wunsch nach dem eigenen Restaurant ist über die Jahre gereift“, sagt sie. Wohin genau es die beiden zieht, wollen sie noch nicht verraten. „Wir bleiben aber hier im Umkreis“, verspricht sie. In das Restaurant sei bereits jetzt „viel Zeit, Mühe und Herzblut“ geflossen. Mehr Details zu ihrem Restaurant wollen sie Anfang Februar verraten – Braun beteuert, sie könne noch nicht mehr preisgeben.
Zunächst liegt es den Gastronomen am Herzen, ihre Dankbarkeit auszudrücken. Vom ersten Tag an sei das Glückskind gut angenommen worden, betonen sie. „Wir sind glücklich über die wundervollen Menschen, die gemeinsam mit uns mitgearbeitet haben – und darüber, dass Gäste, Lieferanten und Nachbarn längst zu Freunden geworden sind“, sagt Manuel Braun.
Die Fans des Cafés haben die Nachricht mit einem weinenden und einem lachenden Auge aufgenommen. „Schade ums Glückskind. aber umso schöner für euer neues Projekt“, schreibt jemand auf Instagram. „Hoffentlich seid ihr nicht so weit weg in Zukunft“, hofft eine andere Nutzerin. Auch von Kollegen beziehungsweise Mitbewerbern kommt Respekt: „Wir wünschen euch unfassbar viel Erfolg für euer neues Projekt! Das wird der Hammer“, wünschen in einem Kommentar zum Beispiel die Macherinnen der Fellbacher Streetfood-Manufaktur „What the Food“.
Wie es mit dem jetzigen Café weitergeht, steht noch nicht fest. „Falls ihr Interesse habt, könnt ihr euch jederzeit bei uns melden“, sagt Annika Braun in der Videobotschaft. Bislang hat sich noch nichts Konkretes in Sachen Nachfolge ergeben. Aber wer weiß – vielleicht traut sich ja ein Nachfolger daran, dem Winnender Café weiterhin zum Glück zu verhelfen.