Lokale Wirtschaft Bekenntnis zu Bad Cannstatt

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Das Unternehmen Paul Lange wächst und will dem Standort Bad Cannstatt treu bleiben: Künftig sollen in neuen Räumen auf dem Firmengelände Fahrradhändler geschult werden und auch ein neues Hochregallager ist bereits in Planung.

Bei Paul Lange in der Hofener Straße werden künftig auch Fahrradhändler geschult. Foto: Annina Baur
Bei Paul Lange in der Hofener Straße werden künftig auch Fahrradhändler geschult. Foto: Annina Baur

Bad Cannstatt - Ein klares Bekenntnis zum Standort Bad Cannstatt hat Bernhard Lange, der geschäftsführende Gesellschafter der Firma Paul Lange, an die Stadtverwaltung gesendet: „Stuttgart bleibt unser Hauptstandort und soll in Zukunft sogar noch erweitert werden“, sagt Lange, der das Unternehmen an der Hofener Straße in Bad Cannstatt gemeinsam mit seiner Schwester führt. Einen Überblick über die Entwicklung und die Zukunftspläne des Großhandels für Fahrradteile und -zubehör hat Lange dem Ersten Bürgermeister Michael Föll und dem Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen kürzlich bei einer Betriebsbesichtigung gegeben.

„Wir sind mit 460 Mitarbeitern in acht europäischen Ländern aktiv“, sagte Lange. Allein 280 davon arbeiten für die Firma in Deutschland, wo sie 1860 als Colonialwarenhandlung von Carl Meinel gegründet wurde. „1949 begann Paul Lange Fahrradteile vor allem aus Frankreich zu importieren.“ An diesem Kerngeschäft habe sich bis heute nichts verändert, 1976 begann das Unternehmen, die Shimano-Produkte in Deutschland zu vertreten. Mittlerweile vertritt die Paul Lange & Co. 27 weitere renommierte Fahrrad-Marken. Nach und nach wurden von 1991 an Niederlassungen, Tochterunternehmen, Beteiligungen und Joint Ventures in Prag, der Slowakei, Frankreich, Österreich, Ungarn und der Ukraine eröffnet, im Jahr 2013 folgte ein Bekleidungs-Outlet in der Nähe von Wien. Aber auch am Standort Bad Cannstatt hat sich vor allem in jüngster Zeit viel entwickelt.

Mehr Platz und ein neues Lager

Im Jahr 2014 wurde das ehemalige Autohaus an der Hofener Straße zu einem Fahrradhaus, im vergangenen Jahr wurde das E-Mobilitäts-Zentrum dort eingeweiht. Dort soll der Service für deutsche Fahrradhändler mithilfe einer Callcenters zentralisiert werden. „Fahrradteile sollen innerhalb von 24 Stunden repariert und wieder zurück geschickt werden können“, erklärt Lange einen der Vorteile.

Nicht zuletzt sollen in dem neuen Zentrum bundesweite Ausbildungen und Schulungen für Fahrradhändler angeboten werden, bei denen interne und externe Referenten die Händler über die neuesten Entwicklungen zu Schaltungen, Scheibenbremsen und anderen Neuerungen rund ums Zweirad und E-Bike informieren. Die Qualität der Schulungen werde durch die Räume steigen, da dort alle nötigen Werkzeuge samt Werkbänken bereit stehen, was bei Schulungen bislang häufig fehlte, erklärt Lange den Vorteil des Fahrrad-Kompetenzzentrums auf dem Firmengelände an der Hofener Straße, wo die Firma seit mehr als 20 Jahren ansässig ist. Beginn der Schulungen für Händler ist bereits im Herbst dieses Jahres. An Ort und Stelle in Bad Cannstatt soll in Zukunft auch erweitert werden. „Wir brauchen ein europäisches Zentrallager“, sagt Lange. Bereits geplant sei der Bau eines weiteren Hochregallagers im kommenden Jahr. Außerdem hat das Unternehmen von der Stadt Stuttgart das Vorkaufsrecht für ein weiteres, 6500 Quadratmeter großes Gelände bekommen, das sich ans heutige Firmengelände anschließt, um den Ausbau des Unternehmens weiter voranzutreiben. „Es ist wichtig, dass wir Auslieferungen für ganz Europa zentral von Stuttgart aus abwickeln können“, sagt Lange.

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