Lokaltermin Affenliebe von Sindelfingen

Von Uwe Bogen 

Der Name ist Programm: Die Drinks im Monkeyroom sind so gut, dass man nicht ausschließen kann, mit einem Affen das Restaurant zu verlassen. Und obwohl die äußeren Umstände wenig einladend sind, überrascht das Sindelfinger Lokal mit einer sehr angenehmen Einrichtung.

Alles ist neu im obersten Stockwerk des früheren Billardhauses „Die Drei“. Foto: factum/Bach
Alles ist neu im obersten Stockwerk des früheren Billardhauses „Die Drei“. Foto: factum/Bach

Sindelfingen - Sindelfingen - Mit einer „Austrinkparty“ hat sich im vergangenen Sommer das weit über Sindelfingen hinaus bekannte Billardlokal Die Drei beim Breuningerland nach 15 Jahren von seinem Stammpublikum verabschiedet. Seit man nicht mehr rauchen darf beim Kugelversenken mit dem Queue, so die offizielle Begründung der drei Inhaber (deshalb der Name des Lokals), seien die Umsätze in den Keller gegangen. Inzwischen hat eine Zwangsversteigerung zum Besitzerwechsel geführt. Neuer Mieter von zwei Stockwerken ist Olcay Özkaya. Im vergangenen Dezember hat er ganz oben das Restaurant Monkeyroom eröffnet, das an diesem Freitag erweitert wird – es kommt noch ein großer Terrassenbereich hinzu, eine Rooftopbar, wie das auf Neudeutsch heißt.

Damit sind die Pläne keineswegs vollendet. Den zweiten Stock will Özkaya mit seinem Partner Michael Altmann auch noch zu einer Disco umbauen – wann es dort losgehen kann, ist bisher unklar.

Der Parkplatz ist inzwischen eine Müllkippe

Gewarnt seien alle, die wie einst beim Billardlokal Die Drei hinterm Haus parken wollen. Man landet auf einer schauderhaften Müllkippe. Die Reste des Umbaus finden sich hier, vielleicht sogar die Hinterlassenschaften der einstigen „Austrinkparty“, leere Speiseölkanister und vieles mehr.

Dieser Bereich, räumt Olcay Özkaya ein, der Chef vom zweiten Stock, ist der wunde Punkt des Gebäudes. Er hofft auf eine baldige Beseitigung der Affenschande.

Ratsam ist es, den Breuninger-Parkplatz auf der Seite der Tilsiter Straße zu benutzen. Dies ist kostenfrei möglich. Über zwei Stockwerke geht es zu Fuß in einem dunklen Treppenhaus zum Restaurant hinauf – auch dieser Gang ist nicht gerade einladend. Es gibt keinen Aufzug, barrierefrei ist der Monkeyroom nicht. Oben wird man mit einem exklusiven Ambiente belohnt, das man zuvor nicht vermutet hätte: Gemütliche Holztische, eine italienische Schinkenschneidemaschine, die auf einem roten Fuß steht, eine Theke zum Wohlfühlen von Hipstern. Özkaya will eine Außentreppe vom Breuninger-Parkplatz zur Dachterrasse bauen, um das Treppenhaus zu umgehen. Bisher fehlt die Genehmigung dafür.

Überwiegend junges Publikum genießt die mediterrane Küche

Die Vorbesitzer haben das obere Stockwerk einst nur für Privatpartys vermietet. Jetzt darf ein überwiegend junges Publikum die mediterrane Küche genießen. Das Hauptgericht, das wir wählen, erinnert an ein Bistro in Paris. Die Steak frites (18,50 Euro) schmecken wie in einem etwas besseren Touristenlokal an der Seine. Auch beim Schwarzwaldburger mit Gemüse (13,50 Euro) ist nichts zu beanstanden. Alles ist gut zubereitet und wird schnell serviert – ganz nach dem Geschmack der Zielgruppe. Es ist nicht zu erwarten, dass sich ältere Gäste hierher verirren.

Die Drinks sind so gut, dass man nicht ausschließen kann, mit einem Affen den Monkeyroom zu verlassen.

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