Lokaltermin im Fellbacher Rinderbesen Rostbraten von glücklichen Rindern

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Nach Spargel und Gänsen tischt die Familie Bauerle ihre Gästen jetzt auch Rindfleisch auf. Der Rinderbesen soll zwei Mal im Jahr stattfinden. Vor allem die Stammgäste reiben sich die Augen.

Alles neu bei den Besenwirten Karin und Klaus Bauerle Foto: Patricia Sigerist

Alles neu bei den Besenwirten Karin und Klaus Bauerle Foto: Patricia Sigerist

Stuttgart - Stammgäste reiben sich die Augen: Alles neu auf dem Schmidener Feld. Die Ziegen meckern noch, die Gänse schnattern, aber der Besen hängt an einer Natursteinmauer mit integriertem Wasserfall. Statt der improvisierten Hofbebauung und des Kellerlokals residiert der Besen der Fellbacher Familie Bauerle im stattlichen Neubau – der umfasst das Weingut und die Wirtschaft.

Auch kulinarisch betritt man Neuland: Nach Spargel- und Gänse- gibt es seit Mitte August erstmals den Rinderbesen. Der findet künftig zwei Mal im Jahr statt, jeweils für sechs Wochen (die nächste Runde startet Anfang Februar). „Die Hauptprodukte stammen von unserem Hof“, sagt Senior Klaus Bauerle. Er hat eine Herde mit Limousin-Rindern im nahen Strümpfelbach.

Der Besenburger ist eine Eigenkreation

Sie erscheinen auf der Besenkarte gut schwäbisch als Siedfleisch, Ochsenmaulsalat oder Fleischküchle. „Königsdisziplin“ ist der Rostbraten, herrlich mürb, mit geschmälzten Zwiebeln für faire 13,50 Euro. Allerdings müssen die Beilagen extra bestellt werden, etwa die Röstkartoffeln – hier heißen sie „Brägele“ – oder der Sommersalat (je 3,90 Euro). Das selbst gebackene Brot mit der knusprigen Kruste gibt’s im Körbchen dazu.

Eine Eigenkreation ist der Besenburger: ein kerniger Rinder-Patty, dazu Salat, Essiggurke, Zwiebeln, Cocktailsoße und Tomaten im riesigen Laugenweckle, ein prächtiger Kerl (8 Euro). Weniger happige Alternative sind die geschmälzten Maultaschen: Im dünnen Teigmantel steckt eine saftige Brät mit reichlich Spinat (6 Euro).

Zum Nachtisch gibt es Baunerhofeis

Dazu werden nach bester Besentradition ausschließlich eigene Tropfen serviert, vom jungen Weingut Johannes B. Uns hat der quicklebendige Muskattrollinger-Rosé-Sekt (24 Euro die Flasche) gut gefallen. Die Spanne reicht vom einfachen Trollinger Landwein (drei Euro das Viertele) bis zur ambitionierten Cuvée wie dem Philip trocken aus Lemberger, Spätburgunder und Cabernet Sauvignon (ein Zehntel 3, 80 Euro). „Schmeckt der Ihne?“ fragt die zupackend freundliche Frau vom Service. Der ist herzlich, aber zu Stoßzeiten manchmal etwas überfordert.

Zum Nachtisch gibt’s Bauernhofeis (1,50 Euro die Kugel) und hausgemachte Kuchen: Bei der Träublesschnitte schmeckt man, dass die Beeren nebenan wachsen. Nur ein paar Kilometer von Stuttgart sind wir richtig auf dem Land – das sagen uns die vielen Fliegen auf den Lampen, dem Kartoffelsalat, unseren Gesichtern. Quälgeister im ansonsten sehr ansprechenden Ambiente. Bauerles Besen könnte nicht weiter vom ursprünglichen Wengerter-Wohnzimmer entfernt sein: Im lichten Restaurant und draußen auf der Terrasse haben 150 Gäste Platz. Das Interieur ist im modernen Naturlook gehalten. Grau gestrichene Holzvertäfelungen und blanke Tische erinnern an moderne Brasserien. Der Weg zur Toilette zeigt uns, beim Blick in den gläsernen Barriquekeller, wieder wo wir sind.

Bauerles Besen, Höhe 1, 70736 Fellbach, Telefon 0711 / 53 41 28, www.fruechtle.com. Bis 27. September, täglich 11 bis 23 Uhr.

Die Bewertung

Küche ***1/2

Service ***

Ambiente ****

 

Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.

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