Lokaltermin im Yuoki All you can eat ohne Stress am Büfett

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Sushi, Suppen und Wokgerichte satt: In Zuffenhausen kann man sich im Restaurant Yuoki in 120 Minuten quer durch Asien essen.

Trotz iPad-Einsatz berät Guoyu Luan seine Gäste auch gern persönlich. Foto: Lichtgut/Kovalenko
Trotz iPad-Einsatz berät Guoyu Luan seine Gäste auch gern persönlich. Foto: Lichtgut/Kovalenko

Stuttgart - London, New York, Berlin und jetzt Zuffenhausen – die digitale Speisekarte ist in der Stadt angekommen. Im Yuoki ordern die Gäste per iPad (oder auch ganz klassisch) Sushi, Wok- und Grillgerichte, und zwar entweder von der normalen Karte oder nach dem Prinzip „Taste 120“, das schnell erklärt ist: Alle zehn Minuten kann man bis zu fünf asiatische Gerichte in Tapas-Größe bestellen, und das zwei Stunden, am Wochenende drei Stunden lang (Pauschalpreise 23,95 Euro bzw. 25,95 Euro, mittags 12,95 Euro).

Entwickelt hat das Ganze Guoyu Luan. Er hat Stuttgart wegen der hohen Kaufkraft gezielt ausgesucht und viel Geld in den Umbau des Lokals gesteckt. „Das war ganz schön mutig von mir“, sagt der gebürtige Chinese lachend. Wände, Decken, Bodenbeläge, alles ist neu und wirkt minimalistisch, im Essbereich steht sogar ein weißer Flügel. Großstadtflair in Zuffenhausen, nicht jedermanns Geschmack, aber in den Augen vieler Gäste eine echte Bereicherung für den Stadtbezirk.

Keine Pekingente im Warmhalte-Behälter aus Edelstahl

Guoyu Luan ist ein Weltreisender in Sachen Kulinarik. Weil er früher ein Buffet-Restaurant geführt hat, weiß der 40-Jährige, wie beliebt All-you-can-eat-Angebote hierzulande ist. „Doch es gibt dabei ein Problem“, sagt er, „die Qualität geht schnell verloren.“ Und der Ästhetikfaktor ist natürlich gleich Null. Statt Pekingente im Warmhalte-Behälter serviert Luan also frisch Zubereitetes und setzt dabei auch ein Zeichen gegen die Wegwerfkultur. Erst wenn alles aufgegessen ist, darf nachgeordert werden. Und wer zu viel bestellt, spendet einen Euro für den guten Zweck. Da man sich in der Testphase befinde, sehe man das aber noch nicht so eng, sagt Luan. „Die Leute müssen ja erst mal ausprobieren, was ihnen schmeckt.“

Unsere Favoriten sind schnell gefunden: die Thunfisch-Nigiri, die auf der Zunge zergehen, und das wirklich gute koreanische Kimchi. Von ordentlicher Qualität sind die Black Tiger Garnelen mit frischem Marktgemüse aus dem Wok von der normalen Karte (16,95 Euro) und mit Abstrichen die Acht Schätze (14,95 Euro), die weniger originell daherkommen. Die Karte umfasst auch jede Menge Cocktails (5,10 bis 8,90 Euro), darunter schön fruchtige ohne Alkohol.

Nach mehreren Kostproben ist unser Urteil eindeutig: Das Preis-Leistungs-Verhältnis im Yuoki stimmt, was sich offensichtlich auch schon herumgesprochen hat: An diesem Januar-Abend sind fast alle Tische belegt. Das wirkt sich leider auf den Service aus, der an Tagen mit Normalbetrieb nicht zu beanstanden ist. Da sich mehr als 60 Prozent der Gäste für Taste 120 entscheiden, herrscht an diesem Abend ein bisschen Bahnhofshallen-Atmosphäre. Alles rennt mit Tellern von Tisch zu Tisch, Speisekarten werden spät gebracht, Gerichte verwechselt. Als Entschuldigung gibt es zum Schluss Crispy gebackenes Vanilleeis mit Vanillesauce. Sie können es besser, das wissen auch die ansonsten routinierten Kräfte.

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