Restauranttest in Stuttgart House of Thailand: Röstaromen treffen auf Mekong-Whisky

Kittisak Rukkhaphan arbeitet seit Jahren in der Gastronomie. Foto: Lg/Julia Schramm

Auf dem Killesberg gibt es feine asiatische Küche – und das in gediegener Atmosphäre. Auch wenn die Preise etwas höher sind, unsere Kritikerin war begeistert: Für das House of Thailand gab’s fast die Höchstpunktzahl, derart stimmig ist die Küche.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Thea Bracht (tab)

Stuttgart - Die thailändische Fahne flattert mitten in der Kochenhofsiedlung. Seit Februar residiert das House of Thailand in dem Bonatz-Bau aus den 1930er Jahren. Die Kristalllüster vom Vorgänger Due Stanze e Cucina sind geblieben, inmitten von Weinflaschen thront nun ein Buddha. Viel Holz, ein Kamin, Schummerlicht und Easy Listening als Klangteppich: Der Gast darf sich wie im einen Wohnzimmer fühlen. Im Sommer ist der lauschige Garten ein toller Treffpunkt. Allerdings müssen um 22 Uhr alle rein, damit die Nachbarn schlafen können.

 

Bewirtet wird man von einem Profi: Kittisak Rukkhaphan hat früher im Floating Market an der Theodor-Heuss-Straße serviert. Der 39-Jährige agiert aufmerksam-unaufdringlich, aber das Beste ist sein feiner Humor. Wer mit ihm ins Plaudern gerät, merkt, dass er die Nachbarschaft schon gut kennt. „Die älteren unter unseren Gästen essen gerne früh zu Abend“, sagt er. Und lieber nicht zu scharf, weswegen sein Koch Chilis sparsam dosiert. „Beim Papayasalat mussten wir ein bisschen variieren“, sagt der Chef lächelnd. Wer mehr Feuer verträgt, sagt das gleich bei der Bestellung. Die Suppen Tom Yam Gung (7,90 Euro) mit Garnelen und Bo Daegh (7,90 Euro) mit allerlei Meeresfrüchten schmecken wie in Bangkok: scharf und säuerlich, gewürzt mit Fischsoße und Kräutern – eine Geschmacksexplosion! Lauter frische Zutaten stecken auch in den Salaten. Empfehlenswert: Yam Nüa (9,90 Euro) mit gegrillten Rindfleischscheiben, Koriander und Minze, die Röstaromen bilden einen schönen Gegensatz zur süß-säuerlichen Frische.

Der Chef liebt das Nationalgericht Pad Thai

Kittisak Rukkhaphan liebt den Klassiker Pad Thai (18,90 Euro): „Nudeln gehen immer“, findet er. Thai-Currys gibt es natürlich auch. Pikant-zitronig schmeckt zum Beispiel das Rindfleischgericht Gäng Bah Nüa (19,90 Euro). Manche Gerichte werden mit Mekong-Whisky abgelöscht, was eine milde Süße bringt. So wie bei Ped Pad Med Mamuang Himmapahn (19,90 Euro): Was so lustig klingt, sind knusprig geröstete Entenscheiben mit Gemüse und Cashewnüssen. Die Soße ist eine Wucht! Da nimmt man auch hin, dass man hier ein paar Euro mehr ausgeben muss als in anderen Thailokalen. Dafür gibt es den Mittagstisch ab acht Euro.

Haus of Thailand

Hermann-Pleuer-Straße 15, 70192 Stuttgart, Tel. 07 11 / 57 01 79 28. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11.30 bis 15 Uhr und 18 bis 24 Uhr. Sa, So und an Feiertagen 12 bis 24 Uhr. www.house-of-thailand.de

Bewertung

Küche: Viereinhalb Sterne

Ambiente: Vier Sterne

Service: Vier Sterne

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern

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