Lokaltermin: Kwan Kao Großvaters Rezepte aus Bangkok kommen in Stuttgart gut an

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In dem Familienbetrieb „Kwan Kao – Taste of Thailand“ im Stuttgarter Westen wird authentisch thailändisch und mit Liebe zum Detail gekocht. Die Rezepte stammen vom Großvater, Erfahrungen hat die Köchin an einem Straßenstand in Bangkok gesammelt.

Aufmerksame Bedienung, gehobene Thai-Küche: das Kwan Kao Foto:  
Aufmerksame Bedienung, gehobene Thai-Küche: das Kwan Kao Foto:  

Stuttgart - Phatcharaphon Müller hat nie eine offizielle Ausbildung zur Köchin absolviert. Ihre Großeltern brachten ihr alles bei. Und das Leben ist ja auch eine gute Schule – in Müllers Fall aber auch eine ziemlich harte. Früher stand sie um halb drei morgens auf, um an die 20 Gerichte zuzubereiten, die sie an einem Straßenstand in Bangkok verkaufte. Dann heiratete sie einen Deutschen, verließ Thailand und steht seit einiger Zeit mit ihrer Tochter im Familienbetrieb Kwan Kao („Gesegneter Reis“) hinterm Herd. So kommt es, dass die Rezepte ihres Großvaters im Stuttgarter Westen auf der Speisekarte stehen.

Der Vorgänger, das Due Stanze e Cucina, zog vor einiger Zeit auf den Killesberg. An der Einrichtung des kleinen Zweiraumre-staurants haben die Kwan-Kao-Betreiber nicht viel verändert: Sie haben das schlicht-elegante Lokal frisch geweißelt und mit asiatischen Accessoires dekoriert. Was sie sehr erfreut: Gerade haben sie die Erlaubnis für eine Außenbewirtschaftung erhalten. Vier Tische wollen sie aufstellen.

Die Chilis wachsen im Innenhof

Müllers Schwiegersohn Anekphong Khamphaeng ist für den Service zuständig. Er bedient an diesem Abend mit weißen Handschuhen und in vollendeter asiatischer Höflichkeit. „Wir kochen thai-scharf“, betont er. Ein guter Indikator, um die Qualität der Küche auszuloten, ist der Klassiker Tom Kha Gai (5,30 Euro). Die Suppe mit Kokosmilch, Hühnerfleisch und Champignons schmeckt so raffiniert wie im Thailand-Urlaub. „Wir versuchen, Originalzutaten zu verwenden“, sagt Khamphaeng. Scharfer Thai-Basilikum sei zurzeit schwer zu bekommen. Seine Schwiegermutter züchtet deshalb Basilikum und Chili im Innenhof.

Schon optisch ein Genuss ist Miang Talee (7,50 Euro). Serviert werden sechs Gläschen mit in Reispapier eingewickelten Meeresfrüchten, Ingwer, Zwiebel, Limetten, Erdnüssen und Minze. Eine Gebrauchsanweisung, wie man das alles zusammen unfallfrei aus dem Glas fischt und auch noch in Chili-Soße taucht, fehlt leider. Doch wer es geschafft hat, staunt, wie fein sich die einzelnen Zutaten geschmacklich ergänzen. Zu den Spezialitäten auf der Karte gehören auch ganze Fische. Wir probieren Pla Pad Cha (17,40 Euro), ein perfekt gebratener Buntbarsch in vorzüglicher Soße. Außergewöhnlich für hiesige Thai-Lokale sind die Currys, zum Beispiel Gäng Khua (14,40 Euro) mit roter Currypaste, Kokosmilch, Ananas und Hühnchen. Diese Aromafülle kann keine Fertig-Currypaste bieten. Müllers Großvater muss nicht nur ein guter Lehrer, sondern auch ein hervorragender Koch gewesen sein. Wir sind froh, dass Phatcharaphon Müller seine Rezepte nicht „eingedeutscht“ hat. Nur beim Wein hat die Familie sich am europäischen Geschmack orientiert: Zu jedem Gericht wird ein Wein empfohlen – und zwar nicht irgendeiner. Auf der Karte stehen feine Tropfen renommierter Weingüter.

Kwan Kao – Taste of Thailand
Ludwigstr. 99, Telefon 50 49 43 74, www.kwankao.de. Geöffnet Di - Fr 11.30 - 15 Uhr und 18 - 23 Uhr, Sa, So und an Feiertagen 17 - 24 Uhr. Die Mittagsgerichte (jeweils 6,90 Euro) wechseln wöchentlich.

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