Politik: Matthias Schiermeyer (ms)
 
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Von Streiks ist derzeit mal nicht die Rede. Stattdessen werden hinter den Kulissen neue Treffen zwischen Bahn und GDL ausgelotet, wie Personalvorstand Ulrich Weber am Rande der Verhandlungen mit der EVG andeutete. Ob ein als Schlichter unerfahrener Politiker wie der frühere brandenburgische Ministerpräsident Platzeck da überhaupt helfen könnte, ist fraglich. Grube lobt den Sozialdemokraten als einen „sehr fairen“ Politiker, „der kein Benzin ins Feuer kippt“. Er hätte ihm den Vorzug aus einer „Reihe von Kandidaten“ gegeben.

Nach StZ-Informationen war auch ein wenig bekannter, aber erfahrener Jurist darunter: Klaus Bepler, bis Mai 2012 Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht, der maßgeblich zur Weiterentwicklung des Tarifrechts beigetragen hat. Ihm ist es auch zuzuschreiben, dass das BAG im Jahr 2010 den althergebrachten Grundsatz der Tarifeinheit im Betrieb aufgab. Diese Entscheidung löste eine politische Lawine bis hin zum Streit ums geplante Tarifeinheitsgesetz aus. Weselsky hätte Bepler nur schwer ablehnen können, zumal sein Dachverband DBB den renommierten Juristen als Gutachter gewonnen hat, um vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Gesetz zu klagen. Möglich, dass Grube ihn noch als letzten Trumpf zurückhält.

Weselsky fordert eine Rochade

Selbst wenn der Bahnchef den Namen Weselskys nicht öffentlich in den Mund nehmen will, wie er in Esslingen bekannte, könnte er sogar direkt mit ihm verhandeln. Damit würde er aber seinen Personalvorstand Weber desavouieren. Dazu passt ein Anruf des GDL-Chefs vor wenigen Wochen: Darin bat er Grube um ein Treffen mit dem Ziel, das Verhandlungsteam der Arbeitgeber austauschen zu lassen. Er selbst, so Weselsky, wolle natürlich weitermachen. Der Termin kam nicht zustande.