Frau und Mann, ihre Liebe und deren Rettung durch ständige Identitätswechsel: Im Stuttgarter Kammertheater besorgt Franz-Xaver Mayr die Uraufführung von Enis Macis „Lorbeer“ – und lässt das Publikum ratlos und verwirrt zurück.

Kultur: Roland Müller (rm)

Es beginnt mit einem Märchen, dem Märchen von der „Prinzessin mit den eisernen Stiefeln“. Erdacht hat es der Vater von Enis Maci, der vor seiner Auswanderung nach Deutschland als Märchenerzähler beim albanischen Rundfunk arbeitete. Seine 1993 in Gelsenkirchen geborene Tochter hat die Mär ausdrücklich als frei platzierbaren Text in ihren „Lorbeer“ eingebaut. In der Stuttgarter Uraufführung wird sie zum Prolog: Der Prinzessin gelingt es, den Häschern einer Hexe zu entkommen, dank der List eines mutigen Jünglings, der ihre gemeinsame Flucht ermöglicht und die Verfolger narrt. Unerkannt bleiben die Flüchtlinge, weil sie sich immerzu verwandeln, er in einen Obsthändler, sie in eine Birne, er in einen Fischer, sie in einen See und so fort. Schon in der Ouvertüre lernt man also die Themen des „Lorbeers“ kennen: Frau und Mann, ihre Liebe und deren Rettung durch ständige Identitätswechsel.

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