Lore Kurz feiert ihren 100. Geburtstag Jubilarin mit dem Schalk im Nacken
Die Böblingerin Lore Kurz feiert an diesem Dienstag im Familienkreis ihren 100. Geburtstag. Sie ist stolze vierfache Oma und dreifache Uroma.
Die Böblingerin Lore Kurz feiert an diesem Dienstag im Familienkreis ihren 100. Geburtstag. Sie ist stolze vierfache Oma und dreifache Uroma.
Zufrieden sieht sie aus: Jubilarin Lore Kurz aus Böblingen, die genau heute ihren 100. Geburtstag feiert. „Ich kann beinahe nicht glauben, dass ich noch auf der Welt rumdapp“, verkündet die alte Dame, geistig topfit und mit dem Schalk im Nacken in breitem Schwäbisch. Dabei habe ihr einst eines ihrer vier Enkelkinder goldrichtig prophezeit, dass sie dieses biblische Alter erreichen würde. Dazu, dass sie zu Beginn des elften Lebensjahrzehnts so richtig glücklich ist, tragen neben einer stabilen Konstitution und Gesundheit auch die mittlerweile drei Urenkel im Alter von zwei, drei und fünf Jahren bei. War doch vor zehn Jahren anlässlich ihres 90. Wiegenfestes Lore Kurz’ einziger Wunsch, als vierfache Oma endlich auch noch Uroma zu werden.
Geboren wurde sie am 12. März 1924 in Möhringen, damals noch eine selbstständige Gemeinde. Dort ging sie zur Schule und absolvierte hinterher das damals für junge Frauen übliche ‚Landjahr’ in einer Familie. „Da habe ich Kochen gelernt“, erzählt sie. Eine Fähigkeit, die sie anschließend mit großer Hingabe weiter ausbaute und verfeinerte. Später bekochte sie stets sonntags die ganze Familie und servierte ihren vier Enkelkindern, die sie teilweise mit großzog, bei deren regelmäßigen Besuchen Dampfnudeln und Lasagne. „Heute lass’ ich mich bedienen“, erklärt sie schmunzelnd.
Ihren späteren Ehemann Hans, mit dem sie bis zu dessen Tod im Jahr 2012 66 Jahre lang glücklich verheiratet war, lernte Lore Kurz 1943 bei der Arbeit in einem Rüstungsbetrieb kennen. 1946 heirateten die beiden und bezogen ein Zimmer im Böblinger Haus ihrer Schwiegereltern. 1949 und 1955 kamen die Töchter Ursula und Monika zur Welt. In der Keilbergstraße fand die Familie ihr Zuhause, seit dem Tod ihres Mannes wohnt die Witwe bei ihrer jüngeren Tochter in der nahen Achalmstraße.
Vor allem das Engagement ihres Mannes in der Fußballabteilung der SV Böblingen und seine anderen ehrenamtlichen Aufgaben bestimmten die Freizeit der Familie. Häufig waren die Kurzes mit dem Jahrgang unterwegs, darunter war so manche Reise, an die sich Lore Kurz noch immer gerne erinnert. Heute sind die Kreise altersbedingt sehr viel kleiner geworden, aber Pflicht bleibt jeden Samstag zusammen mit Tochter oder Schwiegersohn der Gang auf den Böblinger Wochenmarkt. „So lange ich es kann, mache ich das“, meint die rüstige Dame, die auch ihren Haushalt noch weitgehend alleine bewältigt.
Handarbeiten und der eigene Garten waren früher ihre Hobbys, das Lesen, auch der Zeitung, und ein reges Interesse am überregionalen Geschehen dürfen bis jetzt im Tagesablauf nicht fehlen. „Hektisch war sie nie“, betont Tochter Ursula die „positive Ausstrahlung“ ihrer Mutter. Das soll auch am heutigen Festtag so bleiben. Trotzdem haben sich natürlich für den Vormittag einige Gratulanten - Freunde und aus der Nachbarschaft - angekündigt. Am Sonntag geht die Familie außerdem mit allen vier Generationen gemeinsam Essen. „Dass ich noch eine Weile gesund bleibe“, äußert Lore Kurz einen einzigen bescheidenen Wunsch, den sie im gesegneten Alter von 100 Jahren noch hat.