Ludwig-Uhland-Schule in Leinfelden Die neue Rektorin ist eine Teamplayerin
Alina Hummel ist nun auch offiziell die neue Schulleiterin der Ludwig-Uhland-Schule in Leinfelden. Was treibt die 33-Jährige an?
Alina Hummel ist nun auch offiziell die neue Schulleiterin der Ludwig-Uhland-Schule in Leinfelden. Was treibt die 33-Jährige an?
Alina Hummel möchte den schlechten Ruf, der Werkrealschulen noch immer anhafte, ändern. „Wir haben ganz tolle Kinder mit wunderbaren Begabungen, die stolz auf sich sein können“, sagt sie. Und: „An dieser Schule läuft schon immer ganz viel Gutes.“ Das will die 33-Jährige zeigen und in die Öffentlichkeit tragen. Die Tatsache, dass die 432 Kinder und Jugendlichen, die an der Ludwig-Uhland-Schule (LUS) gemeinsam und auch voneinander lernen, aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen kommen – empfindet sie als Bereicherung.
Seit Oktober ist Alina Hummel nun auch offiziell die neue Leiterin der Grund- und Werkrealschule. Zuvor hatte sie diese Aufgabe schon länger kommissarisch inne. Sie war auch ein Jahr lang die Konrektorin der Schule. „Das Verantwortungsgefühl ist jetzt ein anderes“, sagt sie. Auch die Arbeitsbelastung sei noch mal einen Tick größer geworden. Sie sei gerne „die Chefin der Schule“, wie eine Schülerin sie schon bezeichnet hat. „Es passt gut, ich fühle mich hier wohl“, sagt sie.
Die Phase, nachdem Gabriele Roegers – ihre Vorgängerin – in den Ruhestand gegangen war, und sie sich „alleine hat durchboxen müssen“ sei gut gewesen. Sie sei aber kein Mensch, der gerne einsame Entscheidungen trifft. „Ich bin eine Teamplayerin“, sagt sie. Konstruktive Kritik sei etwas Tolles, betont sie. Deshalb hoffe sie, dass die Stelle der Konrektorin schon ganz bald ausgeschrieben und schnellstmöglich besetzt wird. Deshalb holt sie ihre Kolleginnen und Kollegen regelmäßig mit ins Boot. „Es ist unsere Schule, und nicht meine“, sagt sie. Und: „Wir haben so viel Hirn hier.“
Eine Steuerungsgruppe hat sich gebildet, die gemeinsam die Entwicklung der LUS anpacken will. Alina Hummel blickt positiv in die Zukunft, auch die anstehende Schulreform schreckt sie nicht. Die Leinfelder Werkrealschule könne sich zur Gemeinschaftschule entwickeln oder einen Verbund mit der benachbarten Realschule eingehen. „Die jetzigen Fünftklässler dürfen noch den Werkrealschulabschluss machen“, erklärt sie. Danach gehe das nicht mehr.
Doch das Aus für die Sekundarstufe an der LUS bedeute das noch lange nicht. Denn solange die Schülerzahlen stimmen, werde es diese weiterhin an der Bahnhofstraße 65 geben. „Aktuell haben wir 26 Fünftklässler“, sagt sie. Was ein deutliches Wachstum im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei. Hinzukommt: „Nach oben hin wachsen wir immer.“ Will heißen: Regelmäßig wechseln Schülerinnen und Schüler an die LUS, die zuvor an einer Realschule waren.
Eltern von Viertklässlern rät die Rektorin bei der Wahl der weiterführenden Schule nicht nach dem Abschluss zu schauen, sondern nach dem, was ihr Kind jetzt gerade brauche. Schließlich gelte in Baden-Württemberg: „Kein Abschluss ohne Anschluss.“ Praktisch veranlagte Schülerinnen und Schüler seien in der Werkrealschule gut aufgehoben. „Die Kinder werden dort mit ihren ganz eigenen Begabungen in den Blick genommen“, sagt sie. Der Unterricht gehe bis 16 Uhr, wobei nachmittags eher Fächer wie Kunst auf dem Stundenplan stehen, oder die Jugendlichen ihren Wochenplan bearbeiten. Alina Hummel ist es wichtig, ins Gespräch zu kommen – beispielsweise, wenn sie mit den Grundschülerinnen und Grundschülern gemeinsam in der Mensa isst. „Wir brauchen an der LUS echte Typen“, sagt sie über das Kollegium. Also Pädagoginnen und Pädagogen, die eine Bindung zu den Kindern und Jugendlichen aufbauen wollen. Es wird gemeinsam gekocht oder Basketball gespielt. Auch die Kleinsten dürfen an der LUS schon mitentscheiden. Beispielsweise beim Thema Sauberkeit: Der Grundschulrat – in dem alle Klassensprecher sitzen – hat dieser Tage über die Schultoiletten gesprochen. Festgelegt wurde, dass man die Klos so verlässt, wie man sich wünscht, sie vorzufinden. „Seitdem sind die Toiletten sauberer“, sagt Alina Hummel. Und fügt lachend hinzu: „Mal sehen, wie lange.“ Die komplette Grundschule habe kürzlich digitale Tafeln bekommen. Im Mai folge der dazu passende pädagogische Tag. Das erklärte Ziel: „Guter Unterricht mit digitalen Medien.“
Alina Hummel hat sich vorgenommen, frischen Wind in den Schulalltag zu bringen. Sie hat keine Probleme damit, ungewöhnliche Kooperationen einzugehen. Ihren Fokus aber richtet sie darauf, das Wirgefühl an der LUS zu fördern. „Wir kümmern uns umeinander“, sagt sie.
Gemeinsam werden Fragen besprochen wie: Wo stehe ich? Was sind meine Lernziele? Welche Möglichkeiten gibt es für mich nach der Schule? Es gibt klassenübergreifendes Lernen, beispielsweise werden Lesetandems von Erst- und Drittklässlern gebildet. Die Rektorin ist überzeugt: „Wenn man sich kennt, gibt es weniger Konflikte.“
Schulleitung
Alina Hummel ist seit Oktober Schulleiterin der Ludwig-Uhland-Schule in Leinfelden. Seit August 2023 hatte sie kommissarisch die Grund- und Werkrealschule geleitet. Zuvor hatte Gabriele Roegers die Schule 17 Jahre lang geleitet.
Überzeugte Radlerin
Die 33-Jährige war schon zwei Jahre lang Konrektorin an der Minna-Specht-Gemeinschaftsschule in Reutlingen. Sie ist verheiratet, lebt auf den Fildern, fährt mit dem Jobrad zur Schule. Sie ist auch in ihrer Freizeit viel mit dem Rad unterwegs.