Ludwigsburg besiegt Würzburg nach Verlängerung Basketballer schaffen Klassenverbleib

Von Fabian Schmidt 

Mehr Spannung ist kaum möglich. Auch gegen Würzburg geht es in die Verlängerung, doch diesmal siegen die Schwaben - und der Abstiegskonkurrent Gießen verliert parallel.  

Erfolgreich gekämpft: Ludwigsburg um Johannes Lischka (weißes Trikot) bleibt in der ersten Liga. Foto: Pressefoto Baumann 3 Bilder
Erfolgreich gekämpft: Ludwigsburg um Johannes Lischka (weißes Trikot) bleibt in der ersten Liga. Foto: Pressefoto Baumann

Ludwigsburg - Das Ziel war klar: "Mit zwei Siegen aus den letzten beiden Saisonspielen können wir den Klassenerhalt immer noch aus eigener Kraft schaffen", hatte Steven Key, der Trainer des Basketball-Bundesligisten EnBW Ludwigsburg, vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen die s.oliver Baskets aus Würzburg gesagt. Er hoffte dabei vor allem auf die Unterstützung der Fans und einen "Hexenkessel" in der heimischen Arena. Vor 4500 Zuschauern ging der Plan auf, sogar früher als gedacht. Schließlich gewann Ludwigsburg mit 91:80 (37:37, 75:75) nach Verlängerung und parallel Bonn gegen Gießen, sodass schon am Samstagabend fest stand, dass Ludwigsburg auch in der kommenden Saison erstklassig spielt.

Spielverlauf: Die erste gute Nachricht für die Ludwigsburger ereilte das Heimteam noch vor dem Tipp-off. Würzburgs Jason Boone war nicht dabei, und die mehr als 300 mitgereisten Fans der Franken konnten ihrem Centerspieler nicht auf dem Parkett zujubeln.

Sie durften sich dennoch über den gewonnen Sprungball und die ersten beiden Punkte des Spiels durch den erst 20-jährigen Maximilian Kleber freuen. Die Ludwigsburger wirkten zu Beginn nervös. Ein vergebener Freiwurf von Jeff Greer und ein Ballverlust von Alex Harris waren Indizien dafür.

Nach dreieinhalb Minuten führten die Gäste mit 11:3, der Boone-Ersatz Kleber hatte bereits sieben Punkte erzielt und Ludwigsburgs Trainer Steven Key nahm die erste Auszeit. Das hatten sich die meisten der 4500 Zuschauer in der zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauften Arena anders erhofft.

Würzburg verteidigt besser

Nachdem Würzburg weiter punktete, setzte Mark Dorris mit einem Distanztreffer mal wieder ein Ludwigsburger Lebenszeichen (13:6). Doch die Franken waren wacher, cleverer, effektiver, besser in der Verteidigung und zogen weiter davon (20:8).

Nachdem David McCray dann auch noch zwei Freiwürfe vergab und Harris ein unsportliches Foul beging, der Schiedsrichter eine enge Entscheidung gegen Ludwigsburg traf, fühlten sich einige in der Arena wohl schon wieder an den schlechten Verlauf der gesamten Saison, in der auch ein Trainer schon gehen und das Ende der Zusammenarbeit mit dem Hauptsponsor verkündet werden musste, an desolate Viertel wie das dritte in Bremerhaven oder besonders bittere Niederlagen wie die nach zweifacher Verlängerung gegen die Artland Dragons erinnert.

Doch dann klauten Harris und McCray den Würzburgern den Ball und punkteten für das Heimteam - sodass der Gästetrainer John Patrick beim 12:24 aus Ludwigsburger Sicht seine erste Auszeit nahm.

Und Keys Mannschaft blieb dran, kämpfte nun, wie es ein Club im Abstiegskamf machen muss. Sie sind ja bezogen auf die statistischen Werte besser als ihre Tabellensituation, aber gewannen am Ende eben doch zu selten. Auch die letzten drei Punkte im Startviertel gehörten dem Gegner, Würzburgs Kleber erhöhte sein Punktekonto auf elf - ebenso die Führung seiner Mannschaft (28:17).

Key ist energisch

Im zweiten Abschnitt war Key an der Seitenlinie beinahe aktiver als seine Spieler. Jedenfalls schrie und gestikulierte der Trainer mehrfach, versuchte immer wieder taktische Anweisungen zu geben. Der Energiefunke sprang über, Ludwigsburg kam mit einem 6:0-Lauf auf sieben Punkte heran (25:32) und Patrick nahm seine zweite Auszeit.

Doch nun meckerten die Heimfans erneut, Greer wurde von John Little unterlaufen, auch wenn dieser ausrutschte, die Schiedsrichter entschieden auf Ballbesitz Würzburg, Greer beschwerte sich - und kassierte ein technisches Foul. Ricky Harris traf nur einen Freiwurf zum 37:28, doch die Pfiffe hallten noch eine Weile durch die Arena.

Diese wichen Applaus und Anfeuerungsparolen, als Anthony Fisher mit einem Korbleger, McCray mit einem Dreipunktetreffer und Jazvin mit zwei weiteren Zählern die Differenz auf zwei Punkte reduzierten (35:37).

Als dann Würzburgs Chester Frazier zwei Freiwürfe vergab, tobte die Halle - und das war noch immer nicht das Ende dieser dreieinhalb Ludwigsburger Minuten. Denn Dorris schaffte mit einem erfolgreichen Halbdistanzwurf den Ausgleich zur Halbzeit.

Ludwigsburg übernimmt erstmals die Führung

Nach der Pause sorgte Dorris für die erste Führung (39:37), Ludwigsburg kontrollierte das Spiel, brachte die eigenen Spielsysteme erfolgreich zu Ende. Würzburg hingegen musste in der Offensive nun auch schwierige Würfe nehmen, weil die Heimmannschaft gut verteidigte.

Bei 47:41 für Ludwigsburg holte Patrick sein Team zu einer Besprechung an die Seitenlinie, Würzbug hatte das Spiel vollkommen aus der Hand gegeben, ließ sich aber nicht abschütteln.

Es war nun ein offener Schlagabtausch, die Würzburger fingen sich zunehmend, die Mannschaften agierten auf einem ähnlichen Leistungsniveau, Ludwigsburg blieb aber immer knapp vorn.