Ludwigsburg Das Tierheim legt ein neues Kaufangebot vor

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Der Runde Tisch zur Zukunft des Tierheimareals endet mit einem überraschenden Angebot an den Anwohner. Kommt es in den nächsten 14 Tagen zu keiner Einigung, will der Verein seine Bauplanungen vorantreiben.

Im Hohenecker  Tierheim hofft man nun auf einen Richtungsentscheid. Foto: factum/Archiv
Im Hohenecker Tierheim hofft man nun auf einen Richtungsentscheid. Foto: factum/Archiv

Ludwigsburg - Der runde Tisch, zu dem der Baubürgermeister Michael Ilk die Vertreter des Tierheims und dessen unmittelbaren Anwohner Andreas Holzwarth am Dienstagmorgen geladen hat, ist mit einem überraschenden neuen Kaufangebot des Tierheims an seinen Nachbarn ausgegangen. Die Vertreter des Tierheim hatten sich während des Gesprächs kurz beraten und sich dann zu diesem Schritt entschieden. Über die gebotene Summe haben alle Beteiligten Stillschweigen vereinbart. Sie liegt aber noch einmal deutlich über dem bisher gebotenen Kaufpreis, den Insider schon für sehr hoch halten. Sie bezieht sich auf den Wert der landwirtschaftlichen Immobilie und berücksichtigt ein von Andreas Holzwarth vorgelegtes Erwerbsausfallsgutachten. Er hatte darin geltend gemacht, seinen Beruf als Betreiber einer Hühnerfarm und den Handel mit Eiern beim Verkauf des Familienbesitzes nicht mehr ausüben zu können.

Das Angebot gilt zwei Wochen

Das Angebot der Tierschützer läuft zwei Wochen. Liegt bis dahin keine Antwort Holzwarths vor, will der Tierschutzverein unverzüglich mit der Umsetzung seiner Planung für ein Bauvorhaben auf seinem bestehenden Areal beginnen, erklärte dessen Vorsitzender Holger Blinzinger am Dienstag. Andreas Holzwarth, der ebenso wie der Tierschutzverein mit einem Rechtsanwalt erschienen war, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er hatte in der Vergangenheit immer wieder beklagt, es liege ihm kein annehmbares Gebot vor. Er vertritt eine mehrköpfige Erbengemeinschaft.

In den zurückliegenden Monaten waren die Versuche der Stadt gescheitert, das Tierheim Franz von Assisi und Anwohner auf eine Absichtserklärung zu verpflichten, in der alle Beteiligten – auch die Stadt – sich auf die Erstellung eines Wertgutachtens durch den städtischen Gutachterausschuss verständigen. Die Erbengemeinschaft hatte diesen Weg nicht gehen wollen.

Der Lärmschutz soll im Fall eines Baus realisiert werden

Das einstündige Gespräch im Rathaus sollte nun dem Ziel dienen, im seit Jahren auf dem Kugelberg schwelenden Streit eine Lösung zu finden. Während des Gesprächs haben, so Ilk, alle Beteiligten noch einmal ihre Sicht der Dinge dargelegt. „Es ist uns gelungen, die Emotionen in Zaum zu halten“, sagte Ilk auf die Atmosphäre des Austauschs angesprochen. Das Tierheim unweit von Hoheneck, das vom Tierschutzverein betrieben wird, ist in Besitz einer Erbschaft und will mit diesem Geld seine marode Bausubstanz erneuern und die Situation für seine Tiere verbessern. Bis Ende des Jahres 2015 muss das Bauvorhaben allerdings weitgehend umgesetzt sein, sonst fallen 50 Prozent des Erbes an den Deutschen Tierschutzbund.

Am liebsten würde der Verein das an sein Gebiet angrenzende Grundstück kaufen. Bis zum heutigen Tag haben sich Anwohner und Tierheim nicht auf einen Kaufpreis einigen können. Gleichzeitig hat der Verein die ganze Zeit über Alternativplanungen vorangetrieben. Bereits begonnene Arbeiten auf dem Tierheimgelände hatten allerdings abgebrochen werden müssen, weil die Stadt eine Baugenehmigung erteilt hatte, die nicht rechtens war und die von Holzwarth angefochten worden war. Immer wieder ist der Lärmschutz Thema zwischen den Nachbarn gewesen. Der soll nun bei der Umsetzung des Bauvorhabens auf dem bestehenden Areal umgesetzt werden. Mit dem verbesserten Kaufangebot und der Fristsetzung will der Verein erreichen, eine der beiden Möglichkeiten in Angriff nehmen zu können.

Der Baubürgermeister hält die bauliche Aufgabe für lösbar

Michael Ilk stellte gestern klar, dass es einen Bebauungsplan für das Gebiet gebe. Es stehe also außer Frage, dass das Tierheim bauen dürfe. Für den Fall der Neustrukturierung des bestehenden Geländes „werden wir darauf schauen, dass beide Seiten zu ihrem Recht kommen“. Er halte die Aufgabe jedoch für lösbar. „Die Ansprüche an den Lärmschutz müssen bedient werden.“ Danach richte sich auch die Gestaltung der Gebäude. Das werde im Zuge eines Baugenehmigungsverfahrens geprüft. An dem Gespräch nahm auch die Landestierschutzbeauftragte Cornelie Jäger teil.