Ludwigsburg „Am Kauf der Wildcard ist nichts verwerflich“

Lokales: Tim Höhn (tim)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken
Ist es unsportlich, eine Wildcard zu kaufen?
Nein. Das ist überhaupt nicht unsportlich. Ich bin ein Befürworter des Systems Aufstieg und Abstieg. Aber wenn es keine zwei Aufsteiger aus der zweiten Liga gibt, die sportlich und finanziell in der Lage sind, dann haben wir eine Situation, wie im Fußball, wo eine Mannschaft einfach in der dritten Liga bleiben durfte, weil es keine Aufsteiger gab. Deshalb finde ich daran überhaupt nichts verwerflich.
Lesen Sie die Fanforen? Dort wird es sehr kontrovers diskutiert.
Ich lese sie nicht ständig. Wir haben ja Fanversammlungen, was ich für den offeneren Weg halte. Da war die klare Mehrheit dafür, in der ersten Liga zu bleiben. Wie hätte denn die Alternative aussehen sollen? Denn das Ziel haben ja alle gleich definiert: möglichst schnell wieder in die Erste Liga zu kommen. Was wir brauchen, sind Bundesliga-taugliche Spieler. Und es gibt ja auch gar keine Garantie, dass wir aufsteigen. Was passiert denn, wenn wir nicht wieder aufgestiegen wären ?
Hätten Sie zwei Jahre in der Zweiten Liga geschafft?
Garantiert nicht mit diesen Rahmenbedingungen. Weil auch die klare Ansage der Sponsoren war, dass sie uns nur für ein Jahr in dieser Form in der Zweiten Liga mit den gleichen Geldbeträgen unterstützen. Aber danach sicherlich nicht mehr. Man muss auch sehen, dass der Abstand zwischen Erster und Zweiter Liga so groß ist, dass man als Verein seine Strukturen verliert. Man muss einen Budgetsprung machen, der immer schwieriger wird.
Sie haben angefangen, als der Verein in der Dritten Liga war. Und immer gab es Kritik. Wie lebt es sich damit?
Es gab eine positiv kritische und offene Auseinandersetzung, die schätze ich auch. Aber das müssen Menschen sein, die auch die erforderliche Kompetenz haben, Dinge zu beurteilen. Wer selbst noch keinen Euro Sponsorengelder akquiriert hat, der ist nicht unbedingt mein Gesprächspartner in dieser Angelegenheit. Wenn man absteigt, geht natürlich erst die ganze Kritik auf einen runter. Das ist doch normal. Dass es in besonderem Maße mich getroffen hat, liegt ja auch daran, dass ich nach außen immer den Kopf hingehalten habe. Ich habe oft Dinge begründet, die ich nicht selbst entschieden habe. Es gibt Menschen, die haben alles negativ gesehen. Da musst du halt durch.
Noch halten Sie das aus?
Ja. Aber ich kann auch die Leute verstehen, die sich fragen: Für was engagiere ich mich in einem öffentlichen Amt. Wir haben ja hier keine Vergütung wie die Topmanager. Das ist für mich auch nicht der Punkt. Das geht vom Profisport bis ins Ehrenamt.




Unsere Empfehlung für Sie