Ludwigsburg Ein traditioneller Selbstläufer

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Alle Jahre wieder: in einer Woche eröffnet der Ludwigsburger Barockweihnachtsmarkt. Weil die Veranstaltung quasi perfekt ist, gibt es keine großen Neuheiten.

Viel Platz zum Wandeln: der Weihnachtsmarkt – hier ein Bild vom Vorjahr Foto: factum/Weise
Viel Platz zum Wandeln: der Weihnachtsmarkt – hier ein Bild vom Vorjahr Foto: factum/Weise

Ludwigsburg - Länger, größer, mehr: auf diese Formel lässt sich die diesjährige Ausgabe des Ludwigsburger Barockweihnachtsmarktes bringen. Denn dank des Kalenders wird die Dauer der Veranstaltung in diesem Jahr um einen Tag bis Sonntag, 23. Dezember, verlängert. Mehr Platz bekommt sie außerdem mit Ständen in der Unteren Marktstraße. Und mehr Stände insgesamt gibt es auch, um sechs auf 179 Stück hat sich die Zahl erhöht. Für Fans des deutschen Schlagers hat die Stadtverwaltung noch eine gute Nachricht parat: Nicole, Truck Stop und Cindy Berger vom früheren Duo Cindy und Bert werden auf dem Marktplatz ihre Lieder singen. Der Oberbürgermeister Werner Spec läutet den Weihnachtsmarkt am Dienstag, 27. November, um 19 Uhr ein.

Alle sind zufrieden

Als „einen Selbstläufer, einen sehr gut funktionierenden Markt“, bezeichnet Martin Boy den festlichen Trubel. Warum etwas ändern, wenn alle zufrieden seien, fragt der städtische Veranstaltungsleiter rein rhetorisch. Die Anbieter führt er als Beispiel auf, die alle Jahre zurückkommen. „Wir haben eine Wiederholerquote von weit mehr als 90 Prozent.“ Dass so mancher Gastronom gerne längere Öffnungszeiten hätte, räumt Boy durchaus ein, die vereinbarte Spanne von 11 bis 21 Uhr hält er aber für einen ausgewogenen Kompromiss. Auf dem besten Weg zur Tradition ist zudem das beheizte Weihnachtszelt am Holzmarkt, das vergangenes Jahr Premiere hatte. Während 2011 in der Unteren Marktstraße eine Baustelle war, ist das Café dieses Mal mit den dort platzierten Ständen besser an den Markt angebunden.

Der Ludwigsburger Barockweihnachtsmarkt scheint also ziemlich unverbesserlich. „Mit dem Marktplatz haben wir einen Rahmen, der für sich spricht“, findet Martin Boy. Er wird wie alle Jahre beleuchtet von vier Engeln. Die Anordnung der Stände ist einer barocken Gartenanlage nachempfunden, was Besuchern viel Raum zum Wandeln lässt. Das Sortiment soll gewohnt hochwertig sein, verspricht Boy. Die Vereine wechseln sich mit dem Verkauf von selbst Gebasteltem und Kulinarischem für den guten Zweck ab. Unbeschwertes Shoppen ermöglicht der Luki-Club, wo Kinder kostenlos betreut werden.

Zweimal täglich Programm

Auf der Bühne vor der evangelischen Stadtkirche gibt es mindestens zwei Mal täglich Programm: um 15 Uhr für Kinder, um 19 Uhr für Erwachsene. Nachmittags viel Theater, abends Gospels und Jazz, Chansons und Seemannslieder. Zur Eröffnung singen die Aurelius Sängerknaben Calw in der Kirche, viele Vereine steuern Darbietungen bei. Und jeden Samstag von 13 Uhr an bittet der württembergische König Friedrich I. – auch wie gewohnt – zur Audienz auf dem Weihnachtsmarkt.

Dem Südwestrundfunk gefällt der Ludwigsburger Selbstläufer offenbar so sehr, dass er die Kulisse bietet für die diesjährige Advents-Live-Sendung. Sonja Faber-Schrecklein moderiert die Show am Sonntag, 9. Dezember, von 16 Uhr an, die parallel im Fernsehen zu sehen ist. Nicole wird dabei vermutlich nicht umhin kommen, sich „Ein bisschen Frieden“ zu wünschen.




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