Ludwigsburg Eine neue Heimat für die Kultur

Von  

Am Sonntag eröffnen Stadtmuseum, Kunstverein und die Touristeninformation ihr neues gemeinsamen Haus, das MIK. Ein Besuch in einem nach sieben Jahren Planungs- und Bauzeit pünktlich fertig gestelltem Gebäude.

Stolze Bauherren: der Architekt Arno Lederer und Foto: factum/Weise
Stolze Bauherren: der Architekt Arno Lederer und Foto: factum/Weise

Ludwigsburg - Gott sei Dank gibt es das auch noch. An der Treppe zum Raum des Kunstvereins ruft er Architekt Arno Lederer: „Vorsicht, der Handlauf ist frisch gestrichen!“ Außerdem riecht es hier deutlich nach Farbe. So soll es sein, wenn ein gewaltiges städtebauliches Projekt nach sieben Jahren Planungs- und Bauzeit kurz vor seinem Abschluss steht. Ein bisschen von dem Vollendungsstress der letzten Tage muss da schon noch spürbar sein. Alles andere wäre übermenschlich, auch wenn die Punktlandung zur Eröffnung am 12. Mai, gelungen ist. Das Haus ist fertig.

Wer jetzt den Eingangsbereich des MIK (Museum Information Kunst) betritt, steht in einem lichten hohen Raum und will nur noch schauen und die Weite aufsaugen. Er sieht die alte gotische Kirchturmspitze aus Hoheneck , die lange Theke der Touristinformation und kann bis zur Lichtinstallation schauen, die den Museumsbereich mit dem Räumen des Kunstvereins verbindet. Und zudem erreicht der Besucher durch diesen Raum auch das Museumcafé Zichorie. „In dieser unteren Verteilerebene sind alle Bereiche zusammengefasst und in Offenheit zusammengebracht“, erklärt Arno Lederer, dessen Büro Lederer-Ragnarsdottir-Oei das MIK geplant hat.

Der Eingangsbereich als Ouvertüre des Hause

Der Bereich ist für ihn so etwas wie die Ouvertüre des Hauses. Lederers Entwurf hat die alte barocke Gebäudesubstanz mit einem Neubau kombiniert, Außen- zu Innenfassaden gemacht und einen Innenhofbereich für Veranstaltungen geschaffen. Lederer spricht von einer „tollen Situation“. Vergessen sind die Überraschungen, die beim Umbau alter Bausubstanz die Regel sind. In diesem Fall waren das die sanierungsbedürftigen Balken. All das hat jedoch dann den ursprünglich von 7,7 Millionen auf 8,29 Million Euro erweiterten Finanzierungsrahmen nicht gesprengt. 42 Prozent des Betrags sind Fördermittel. Der Stadt ist es nach Auskunft des Baubürgermeisters Hans Schmid sogar gelungen zusätzliche 800000 Euro zu bekommen.

Kein Wunder, dass es bei dieser ersten öffentlichen Begehung am Mittwoch nur strahlende Gesichter gab. Keiner geizte an diesem Tag mit Superlativen. Ein zufriedener Oberbürgermeister Werner Spec machte deutlich, dass das Haus in der Tradition der ambitionierten Ansprüche des Stadtgründers Eberhard Ludwig stehe. Der wollte nicht irgendeine Stadt schaffen, sondern plante genau. Und so ist an der Ecke Wilhelmstraße-Eberhardstraße eben auch nicht irgendein Gebäudekomplex entstanden, sondern „ein neues Kraftzentrum für die Innenstadt“ (Spec). Es vereine die Retrospektive des Stadtmuseums mit zeitgenössischer Kunst, den es hole „den Kunstverein ins Herz der Innenstadt“. Die Stadt spiele damit ihr reichhaltiges kulturelles Potenzial wie einen Trumpf aus. Die Kulturamtsleiterin Wiebke Richert sprach von einem großen „Wurf für die Kultur der Stadt“, um die man die Stadt in der Region beneide. Dass sich hier Vergangenheit und Gegenwart gegenseitig durchdringen sieht Richert als Steilvorlage für die Programmatik des Hauses.




Veranstaltungen