Herr Hebenstreit, mit welchen Gefühlen fahren Sie nach Jevpatorija?
Ich bin gespannt, was da auf uns zukommen und wie die Reise ablaufen wird.
Ist das eher eine heikle Mission?
Ja, das ist sie schon.
Warum?
Weil wir nicht wissen, wie die Menschen reagieren und ob wir nicht zu sehr instrumentalisiert werden. Ich erwarte schon, dass man uns bei der Pressekonferenz dort entsprechende Fragen stellen wird. Da kommt es dann ganz auf die Intensität der Fragen an, wie man antwortet.
Glauben Sie, dass Ihre Gastgeber das thematisieren werden?
Ja. Es werden Fragen kommen, ob wir es für gut halten oder nicht. Und ob wir die Zugehörigkeit zu Russland anerkennen.
Haben Sie sich schon Antworten überlegt?
Erstens ist die Städtepartnerschaft zu Zeiten der Sowjetunion gegründet worden. Ich werde betonen, dass die Zugehörigkeit Jevpatorijas für die Städtepartnerschaft keine Rolle spielt. Es ist bis vor einem guten Jahr die wahrscheinlich lebendigste aller Städtepartnerschaften Ludwigsburgs gewesen. Jetzt erschweren es die politischen Rahmenbedingungen, sie richtig zu führen.
Was ist Ihre Erwartung an die Reise?
Dass die Freundschaft zu den Leuten auf jeden Fall weitergeht und dass wir auch mögliches Misstrauen auf der zwischenmenschlichen Ebene ausräumen können und so auch wieder zusammenkommen.
Wird nach der Reise offiziell entschieden, wie es weitergeht?
Die Entscheidung ist eigentlich schon getroffen, dass man die Städtepartnerschaft schon fortführen will, aber auf der weniger offiziellen Ebene. Der OB kann jedoch aus außenpolitischen Gründen nicht fahren.