Ludwigsburg Fahrstühle am Francksteg werden reaktiviert

Kaputt und schmutzig: die Lifte am Francksteg sollen wieder fahren. Foto: factum /  Granville
Kaputt und schmutzig: die Lifte am Francksteg sollen wieder fahren. Foto: factum / Granville

Barrierefreiheit ist beim Bahnfahren häufig immer noch ein Fremdwort. Schuld ist meist die Architektur der Bahnhöfe, die den Zügen und den Fahrgästen unterschiedliche Ebenen zuteilt. In Ludwigsburg nimmt die Stadt nun die Reaktivierung der Fahrstühle am Francksteg in Angriff – für 70 000 Euro.

Ludwigsburg: Ludwig Laibacher (lai)
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Ludwigsburg - Barrierefreiheit ist beim Bahnfahren häufig immer noch ein Fremdwort. Schuld ist meist die Architektur der Bahnhöfe, die den Fahrgästen und den Zügen diverse Ebenen zuteilt. Damit auch Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen die Höhenunterschiede meistern können, wurden Fahrstühle eingebaut, die jedoch ebenso anfällig für technische Störungen wie für Vandalismus sind. Auch in Ludwigsburg sind die drei Aufzüge im zentralen Bahnhof häufiger außer als in Betrieb. Darum hat die Bahn AG inzwischen zugesagt, die anfälligen Lifte zu erneuern. Und das hat weitere Folgen. Weil ansonsten für die Dauer der Bauarbeiten den Reisenden überhaupt kein Lift zur Verfügung stehen würde, hat der städtische Bauausschuss eine überraschende Entscheidung getroffen: Die Aufzüge an der Fußgängerbrücke beim Busbahnhof (ZOB) – dem Francksteg – werden wieder in Betrieb genommen.

Der Gemeinderat hatte vor fünf Jahren genau das Gegenteil beschlossen. Um geschätzte jährliche Kosten von 45 000 Euro einzusparen, waren die Lifte kurz nach der Finanzkrise von 2008 stillgelegt worden. Nun hatte die Lubu-Stadträtin Elga Burkhardt den Antrag auf Wiederbelebung gestellt. Ihre Begründung: „Es wäre ein Skandal, wenn die Bahnsteige ein halbes Jahr weder von Menschen mit eingeschränkter Mobilität noch Eltern mit Kinderwagen zu erreichen wären.“ So lange nämlich könne sich die Modernisierung der Lifte durch die Bahn hinziehen, meint Burckhardt.

Die Lifte sind frühestens im Februar 2015 einsatzbereit

Die Mehrheit der Räte im Ausschuss stimmte nicht nur dieser Einschätzung, sondern auch der Forderung nach einer Reaktivierung der stillgelegten Aufzüge zu. Zumal in Ludwigsburg immer mehr Menschen lebten, die in ihrer Mobilität eingeschränkt seien, meinte Margit Liepins (SPD). Auch die CDU könne sich mit der Idee anfreunden, sagte Claus-Dieter Meyer. Sofern die Aufzüge am ZOB tatsächlich betriebsbereit sein könnten, sobald die Bahn im zentralen Bahnhof ans Werk gehe.

Gerhard Kohler, der Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Grünflächen, machte klar, dass die Lifte frühestens im Februar 2015 einsatzbereit sein werden und dass Ludwigsburg dafür 70 000 Euro aufbringen muss. „55 000 Euro werden allein für den mittleren Aufzug nötig werden“, sagte Kohler. Denn dieser war schon vor der Stilllegung vor fünf Jahren vom TÜV beanstandet worden. „Die haben uns damals gesagt, der könne ohne Reparatur nicht weiterbetrieben werden.“ Da er dann abgeschaltet wurde, entfiel die Sanierung. Für die beiden anderen Aufzüge am Steg fallen weitere 10 000 Euro an. Sobald sie wieder laufen, kommen auch wieder die jährlichen Unterhaltungskosten für Strom, Wartung, Reinigung und Notrufbereitschaft hinzu.

Nun ist es an dem Bahnhofsmanager, mit der Bahn AG über den Zeitpunkt der Sanierung der Aufzüge am anderen Ende des Bahnhofs zu verhandeln. Denn eigentlich wollte die Bahn damit schon im November anfangen. „Wir hoffen, dass die Bahn AG die Sache noch etwas hinauszögern kann“, sagt Kohler auf STZ-Anfrage. „Aber eine Zusage haben wir noch nicht.“




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