Ludwigsburg Festungsmauer wird geschleift

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Nicht nur das Ludwigsburger Marstall-Center, auch die Zufahrt dorthin wird neu gestaltet. Der Umbau in der Unteren Stadt beginnt in der Charlottenstraße.

Die Charlottenstraße wird umgebaut Foto: factum/Bach
Die Charlottenstraße wird umgebaut Foto: factum/Bach

Ludwigsburg - Auch wenn die Wiedereröffnung des umgestalteten Marstall-Centers noch in ferner Zukunft liegt – die Zeit drängt. Denn auch das nahe Umfeld braucht mehr als nur etwas Kosmetik: Häuser müssen saniert, Straßenbeläge erneuert und der Verkehr anders geleitet werden. „Bis alle Planungen wirklich so weit sind, wird es vermutlich doch noch recht eng“, fürchtet Gerhard Kohler, der Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Grünflächen. Die neuen Eigentümer von der Projektgesellschaft ECE haben angekündigt, dass die 60 neuen Läden, Cafés und Restaurants im Center im Herbst 2015 öffnen werden.

Mit der Umgestaltung der Charlotten- und der Bauhofstraße nimmt die Stadtverwaltung gleich zum Auftakt ein heißes Eisen in Angriff. Ziel ist es, die große, aber ungeliebte Tiefgarage in dem Einkaufszentrum wieder attraktiv zu machen. Als Hindernisse empfundene Rampen sollen weg und eine völlig neue Zufahrt geschaffen werden. Morgen soll der Bauausschuss einen entsprechenden Entwurfsbeschluss für die Untere Stadt verabschieden.

„Ein Stück Stadtzerstörung“

Während sich die ECE um die Sanierung der Tiefgarage und die Neuordnung der Fußgängerwege ins Kaufzentrum kümmern wird, fällt der Stadt der Part der Außengestaltung zu. Mit der Planung wurde das Freiburger Büro Rosenstiel betraut. Diplom-Ingenieur Volker Rosenstiel sieht eine seiner Aufgaben darin, ein Stück Stadtzerstörung aus dem Jahr 1971 zurückzunehmen. Denn so wie die Charlotten- und die Bauhofstraße heute verlaufen, sind sie „Teil einer Ringerschließung, die so zum Glück nicht fortgesetzt worden ist“. Nun soll auch der auffälligste Teil dieses Relikts aus dem Stadtbild verschwinden: die massive Betonstützmauer, die das Center aus dem Norden wie eine Festung erscheinen lässt.

„Wir gehen da an die Grenzen dessen, was möglich ist“, sagt Kohler. „Denn das Gefälle ist dort schon erheblich.“ Was bisher mit Betonmasse gestützt wurde, soll durch das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen sowohl befestigt als auch ästhetisch ansprechend gestaltet werden: Das Niveau der Charlottenstraße wird um 80 Zentimeter abgesenkt, dazwischen werden Grünflächen angelegt. Beim Reithausberg wird ein Kreisel gebaut, um so eine Wendemöglichkeit zu schaffen. Bisher liegen Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage weit auseinander, künftig wird man über die Charlottenstraße wieder ausfahren und auf die Bietigheimer Straße abbiegen können.

Neue Zufahrt zur Tiefgarage

Der Tunnel, der unter der Charlottenstraße in die unterste Parkebene führt, wird abgebrochen. Im Gegenzug werde es eine verbesserte Zufahrt von Norden her geben, sagt Rosenstiel: „Etwa in der Mitte zwischen den beiden Treppenhäusern im Center.“ Autofahrer sollen sich besser zurechtfinden und Fußgänger wohler fühlen.