Ludwigsburg Freiluftkino mit besten Freunden

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Der Erfolgsfilm Ziemlich beste Freunde kommt gleich zweimal vor. Am 27. Juli beginnt im Hof der Ludwigsburger Karlskaserne die 20. Open-Air-Saison

Auch Suzy und Sam aus Moonrise Kingdom sind ziemlich beste Freunde. Foto:  
Auch Suzy und Sam aus Moonrise Kingdom sind ziemlich beste Freunde. Foto:  

Ludwigsburg - Der Sommer hat noch neun Tage Zeit. Spätestens am Freitag, 27. Juli, muss er zurück sein. Dann beginnt die Saison für das Open-Air-Kino. Der Verein Kinokult lädt zu 16 Vorstellungen an 16 Abenden in den Innenhof der Karlskaserne. Als Regel fürs Wetter gilt: Ab und zu ein Schauer darf sein, aber die anhaltende Kälte und der viele Regen, den wir momentan erleben, würden auch hartgesottenen Kinogängern den Spaß verderben.

Erstmals in der 20-jährigen Geschichte des Ludwigsburger Freiluftkinos wird ein Film an zwei Abenden gezeigt: der Sensationserfolg des Kinojahres, „Ziemlich beste Freunde“, läuft am 31. Juli und am 11. August. „Wir wollen vermeiden, dass die Schlangen von der Kasse bis zum Landratsamt hoch stehen- und das dann auch noch umsonst“, sagt Peter Bader vom Kinokult-Team. Geschehen ist das in den Jahren, als die Kassenschlager „Goodbye Lenin“ oder „Willkommen bei den Sch’tis“ hießen. Damals reichten die 3000 Sitzplätze im Kasernenhof nicht aus, um alle Fans zu fassen.

Open-Air-Experiment mit Stummfilm

Dem Veranstalterteam ist es gelungen, den Film „Starbuck“ eine Woche vor der Deutschlandpremiere zu bekommen. Der Kinostart ist am 16. August, im Open-Air-Kino wird er schon am 8. August gezeigt. In dem kanadischen Film wird die scheinbar völlig unwahrscheinliche Geschichte von einem Loser erzählt, der im Alter von 42 Jahren erfährt, dass er Vater von 533 Kindern ist. Wie das passieren konnte? Der Mann hatte in seiner Studienzeit Geld als Samenspender verdient.

Besonders am Herzen liegen den Kinomachern Werke wie der Oscar-gekrönte „The Artist“ (am 7. August) und Wes Andersons „Moonrise Kingdom“ (9. August). Beide Filme erfüllen nicht die Erwartungen des Mainstream. Während der eine die etwas bizarre Geschichte eines Pfadfinders erzählt, spielt The Artist mit dem Genre des Stummfilms. Und zwar so konsequent, dass Bader die Freiluftaufführung für ein gewagtes Experiment hält. „Zum einen ist der Film nur schwarz-weiß gedreht, zum anderen gibt es zwar Musik, aber eben keine Geräusche.“ Das verlange eine Konzentration und Ruhe, die unter freiem Himmel meist fehle. Schon wegen der Speisen und Getränke-Angebote: neben asiatischer Küche und Pasta wird es Crêpes geben sowie Kaffee, italienisches Eis, Cocktails und Bier.

Konkurrenz auf DVD

Was im Sommer gezeigt wird, sei ein Konzentrat aus dem Programm, das seit Herbst zuvor in den Kinos gelaufen ist, sagt Bader. Die Zeit für echte Klassiker sei im Grunde vorbei. Eine Ausnahme habe das Team im Vorjahr mit der Rocky Horror Picture Show gemacht: „Da hat es zwar auch geregnet, aber die Stimmung war super.“ Eine Wiederholung aber wird es so schnell nicht geben. Wer Open-Air-Kino mache, stehe in direkter Konkurrenz zum DVD-Markt, sagt der Kinowelt-Mitarbeiter. Ein Publikumsrenner im Kino, kann im Sommer schon uninteressant sein, weil ihn viele bis dahin im Heimkino gesehen haben.