Ludwigsburg Gemeinschaftsschule: alles wird gut

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Nach der Genehmigung durch das Land blickt die Stadt Ludwigsburg optimistisch auf den Schulstart im Herbst. Schon jetzt zeichnet sich eine hohe Nachfrage seitens der Eltern ab. In anderen Kommunen wird wegen des Andrangs bereits der Platz knapp.

Das Schulgebäude am Campus wird für achteinhalb Millionen Euro saniert. Foto: factum/Weise
Das Schulgebäude am Campus wird für achteinhalb Millionen Euro saniert. Foto: factum/Weise

Ludwigsburg - Die Stadtverwaltung hatte für Freitag eigens zu einem Pressegespräch geladen, das macht sie immer, wenn es etwas Neues zu verkünden gibt. Das gab es zwar nicht wirklich, denn es sollte bei dem Gespräch um die Gemeinschaftsschule gehen – und dass Ludwigsburg mit dem Antrag zur Gründung einer solche Schule beim Land erfolgreich war, ist bereits seit einer Woche bekannt. Aber dann nutzten die Anwesenden den Termin eben, um ausführlich Werbung in eigener Sache zu machen. „Für uns ist es ganz toll, dass es geklappt hat“, sagte der Schulbürgermeister Konrad Seigfried. Die neue Schule werde auf einem rechtlich, fachlich und organisatorisch soliden Fundament stehen, sagte der Ludwigsburger Schulamtsdirektor Michael Karle. Denn das Lehrerteam, das die Neugründung vorbereitet, habe hervorragende Arbeit geleistet.

Die Lehrer selbst durften dann auch etwas sagen und schwärmten vom hohen Engagement aller Beteiligen bei der Planung, der motivierenden Arbeitsatmosphäre, den fruchtbaren Diskussionen.

Die Botschaft ist klar: die Gemeinschaftsschule kommt, die Stadt ist bestens vorbereitet. Und Probleme gibt es nicht.

Der Optimismus der Stadt ist vermutlich berechtigt

Ob nun wirklich alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, wird sich endgültig erst erweisen, wenn die Schule im Herbst an den Start geht – immerhin war das Projekt in Ludwigsburg lange heftig umstritten. Eines aber deutet sich an: eigentlich ist Werbung wohl nicht mehr nötig. Im gesamten Landkreis ist ist die Nachfrage nach Gemeinschaftsschulen enorm stark. „Wir sind überrascht über die hohen Anmeldezahlen“, sagt Elke Schnaithmann, die stellvertretende Leiterin des Schulamts.

Zehn Gemeinschaftsschulen gibt es bereits im Kreis, fünf neue kommen im kommenden Schuljahr hinzu: zwei in Bietigheim-Bissingen und jeweils eine in Ludwigsburg, Kirchheim und Steinheim. Obwohl die neue Schulart in Baden-Württemberg erst 2012 ins Leben gerufen worden ist, wird an den ersten Standorten, etwa in Schwieberdingen, Remseck, Freiberg oder Möglingen, wegen des großen Andrangs bereits der Platz knapp. Auch in Ludwigsburg sind klare Anzeichen erkennbar, dass die neue Schule auf große Resonanz stoßen wird. Schon heute pendeln von dort 85 Schüler zu anderen Gemeinschaftsschulen im Landkreis, weil es in der Barockstadt bislang kein entsprechendes Angebot gab. „Wir sind sehr gespannt auf das Anmeldeverfahren für den Herbst“, sagt Seigfried.

Das neue Schulgebäude ist schon bald zu klein

An zumindest diesem Punkt zeichnet sich eine Schwierigkeit ab. Die Gemeinschaftsschule wird im Gebäude der ehemaligen Pestalozzischule am Campus in der Innenstadt untergebracht. Bis Juli wird das Haus für mehr als achteinhalb Millionen Euro umgebaut, danach aber lediglich Platz für eine dreizügige Schule bieten, also für maximal 84 Schüler pro Klassenstufe. Es ist absehbar, dass dies nicht ausreicht. „Wir gehen davon aus, dass es mehr als drei Züge werden“, sagt Michael Karle.

Doch Seigfried sieht darin kein Problem, zumindest kein großes. „Dann werden es eben mehr“, sagt der Bürgermeister. Immerhin biete der Campus viel Flexibilität, es sei also durchaus möglich, Gemeinschaftsschüler in einem der benachbarten Gebäude zu unterrichten. „Das haben wir auch bei den Gymnasien so gemacht, wenn es eng wurde.“

Der Name soll erst nach dem Schulstart gefunden werden

Eins zu eins vergleichbar ist die Situation indes nicht. Auch Seigfried kann nicht ausschließen, dass Ludwigsburg „schul-lenkende Maßnahmen“ ergreifen muss. Wird der Ansturm auf die Gemeinschaftsschule zu groß, muss diese Schüler abweisen. Und so lange es in Ludwigsburg nur eine Schule dieses Typs gibt, müssten diese an Gemeinschaftsschulen in anderen Kommunen ausweichen.

Noch unklar ist, ob die Ludwigsburger Gemeinschaftsschule eine eigene gymnasiale Oberstufe anbieten wird, oder ob potenzielle Abiturienten die Oberstufe der benachbarten Gymnasien besuchen werden. „Das werden wir entscheiden, wenn wir wissen, wie die Schule sich entwickelt“, sagt Seigfried. Immerhin herrsche am Campus in der City ein harter Wettbewerb: drei Gymnasien, eine Realschule und eine Gemeinschaftsschule werden dort künftig um Schüler werben.

Einen richtigen Namen hat die Schule auch noch nicht. Aber auch das sei kein Problem, sagt Michael Karle. „Gemeinschaftsschule Ludwigsburg“ klinge schließlich nicht schlecht. Und wenn der Start im Herbst geschafft sei, bleibe genug Zeit, sich gemeinsam über Alternativen Gedanken zu machen.




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