Sozialarbeit in Ludwigsburg Obdachlosigkeit soll möglichst kurze Lebensphase sein

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Die Stadt Ludwigsburg übernimmt wieder die Betreuung der Wohnheime für Obdachlose und der Gemeinderat genehmigt dafür zwei neue Stellen.

Der Ludwigsburger Gemeinderat bewilligt mehr Geld für die Betreuung der Obdachlosen. Foto: Pascal Thiel
Der Ludwigsburger Gemeinderat bewilligt mehr Geld für die Betreuung der Obdachlosen. Foto: Pascal Thiel

Ludwigsburg - Die Betreuung der Ludwigsburger Obdachlosenunterkünfte war bisher Sache der Wohnungsbau GmbH (WBL). Das soll sich jetzt ändern: Von 1. Juli an wird diese Aufgabe wieder die Stadt selbst übernehmen. Mit dem Wechsel der Zuständigkeit soll es auch mehr Personal geben. Dagegen gab es Kritik im Gemeinderat – CDU und Freie Wähler halten eine Aufstockung für unnötig, da die Wohnheime zurzeit nicht voll belegt sind.

Platz für 170 Obdachlose

Die beiden Häuser im Riedle und in der Teinacher Straße bieten Raum für insgesamt 170 Wohnungslose, aktuell leben dort 133 Personen. Für deren Betreuung werden bisher eine Hausmeister- und eine Sozialarbeiterstelle finanziert. Der Hausmeister könne diese Arbeit schon bisher nicht allein leisten, weil viel Zeit für das Pendeln von der Oststadt nach Eglosheim verloren gehe, erläuterte Bürgermeister Konrad Seigfried. Darum sei über eine Zeitarbeitsfirma eine Aushilfe verpflichtet worden. Doch dieser Vertrag laufe aus.

Es gibt keine Urlaubsvertretung

Und wenn jemand im Urlaub oder krank sei, gebe es keine Vertretung. „Wir brauchen dort ein funktionierendes Team“, sagte Seigfried. Nicht zuletzt, um die Betroffenen schnell wieder in ein geregeltes Leben zu bringen. Hätten sich obdachlose Menschen erst einmal mit der Situation abgefunden, werde das immer schwieriger. „Mit dem bisherigen Stellenschlüssel ist es nicht zu schaffen“, sagte Seigfried.

„Es ist unstrittig, dass wir viel für diese Menschen tun müssen“, sagt Claus-Dieter Meyer (CDU). Er schlug jedoch vor, statt zwei neuer Vollzeitstellen nur zwei halbe Stellen zu schaffen. „Wenn es nicht ausreicht, können wir das immer noch anpassen“, sagt Meyer. „Allerdings erst bei den Haushaltsberatungen im Herbst.“

„Man kann nicht immer neue Stellen schaffen“

Auch die Freien Wähler hielten es für notwendig, dass soziale Kompetenz im Einsatz sei, sagte deren Vorsitzender Reinhardt Weiss. „Aber man kann nicht ohne Ende immer neue Stellen schaffen.“ Zwei neue Halbtagsstellen müssten deshalb erst einmal reichen. Es handle sich nicht um die einzige Einrichtung, in der Hausmeister und Sozialpädagogen eingesetzt würden, meinte Johann Heer (FDP). Darum müsse man auf Synergieeffekte setzen.

„Die Menschen in prekärer Lage müssen erst wieder Vertrauen gewinnen,“ sagte SPD-Stadtrat Eberhard Daferner. „Die brauchen eine intensive Betreuung.“ Auch die Grünen unterstützten den Vorstoß der Verwaltung: „Für eine so große Einrichtung brauchen wir mehr Personal“, sagte Andreas Kasdorf. „Wir brauchen die Stellen jetzt und nicht erst im Herbst“, meinte der parteilose Stadtrat Harald Lettrari.

Am Ende beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, die zwei zusätzlichen Stellen in Vollzeit zu schaffen.