Ludwigsburg Marstall-Bewohner sind verärgert

Von  

Die Anrainer des Ludwigsburger Reithausplatzes verteidigen ihre Platanen – und sie dringen auf eine Bürgerbeteiligung. Die Verwaltung lehnt das bis jetzt aber ab.

Der Brunnen wird eingelagert, er soll wieder auf den Reithausplatz zurück. Foto: factum/Bach
Der Brunnen wird eingelagert, er soll wieder auf den Reithausplatz zurück. Foto: factum/Bach

Ludwigsburg - Der Brunnen am Reithausplatz ist weg, jetzt bangen die Anwohner um die Platanen. Denn der historische Wasserspender soll zwar nach der Umgestaltung der Freiflächen südlich des Marstallcenters zurückkommen, doch vermutlich werden nicht mehr alle Bäume stehen, wenn das Kaufhaus 2015 öffnet. Nicht nur die Anwohner wünschen sich eine Mitsprache bei der Planung für Reithausplatz, Kronen- und untere Kirchstraße. Auch Stadträte haben sich im Juli für eine Bürgerbefragung starkgemacht. Doch nun heißt es: dafür reicht die Zeit nicht mehr. Außerdem gebe es nur wenig Spielraum für eine Gestaltung, sagt der Stadtplaner Martin Kurt: „Das ist nicht wie in der Eberhardstraße, hier ist vieles vorbestimmt.“

Schmuddliger Platz wird endlich umgebaut

Die Anwohner seien im Fall der Planung für die nördliche Verkehrsanbindung befragt worden, sagt Detlef Jürgen. Warum also nicht auch im Süden. „Ich bin jetzt keiner, der sagt, alle Bäume müssen stehen bleiben“, meint der Bewohner des Marstallcenters. Aber in einer Stadt, die sich mit ihrer Bürgerbeteiligung brüste, müsse das doch möglich sein. „Wir halten eine Bürgerbefragung schon aus grundsätzlichen Erwägungen für wichtig“, sagt die Lubu-Stadträtin Elga Burkhardt. Im Übrigen sei bei der Beschlussfassung im Juli keine Rede davon gewesen, dass Bäume gefällt werden müssten. Burkhardt fordert, dass alle erhalten bleiben: „Diese Platanen sind alle in bestem Vitalitätszustand.“

Jürgen glaubt, dass die Bürger gerne Ideen beisteuern möchten. Auch wenn deren Engagement über die Jahre etwas erlahmt sei. Man müsse bedenken, dass sie seit 2009 viel Hin und Her in Sachen Marstall-Center erlebt hätten. Dass sie nun mitreden möchten, wenn sich endlich etwas auf dem lang vernachlässigten, schmuddeligen Reithausplatz und der nächsten Umgebung bewege, sei nur natürlich. Man habe den Anwohnern in den letzten Jahren viel zugemutet, und man verlange ihnen mit einer zweijährigen Umbauphase weitere Opfer ab, meint auch Burkhardt. Eine Einbindung in die Entscheidung könne das Verständnis fördern.

Erhalt der Bäume ist ungewiss

Wenn es auch keinen formalen Beteiligungsprozess gebe, so seien die Bürger doch angesprochen, sagt Kurt. Am 8. November gebe es zum Beispiel ein Treffen des Arbeitskreises Untere Stadt, zu dem auch die Anwohner geladen seien. Der Stadtplaner sagt aber auch, dass sich die Gestaltung darauf beschränken werde, die Kirchstraße als Fußgängerzone auszubauen, den Abschnitt der Kronenstraße stilistisch anzupassen, und den Biergarten am Brunnen wieder einzurichten. „Wir wollen möglichst viele Platanen erhalten. Aber wegen der Höhenunterschiede werden wir nicht alle bewahren können.“ Nach der Marstall-Umgestaltung durch die ECE wird das Niveau des Platzes verändert sein.