Lothar K. Friedrich sammelt historische Schreibmaschinen – ihn fasziniert vor allem das filigrane Innenleben. . Seit er in Rente ist, sammelt er solchen historischen Schreibgeräte. Mittlerweile zählt seine Sammlung 86 Stück. Besucher sind willkommen.

Ludwigsburg – - Lothar K. Friedrich ist der Experte schlechthin in Sachen Schreibmaschine. 86 Exemplare besitzt er davon. In seinem neuen Buch „Schl@gfertige Typen“ erklärt er, wie das @ als altes kaufmännisches Zeichen eines Mönchs aus den Buchstaben a und d über den Atlantik in die Welt des Internets gelangte.
Herr Friedrich, die Frage muss man Ihnen einfach stellen: Verfügen Sie über Computer, Internetzugang und Mobiltelefon?
Ja, natürlich, keine Frage. Ich nutze alle modernen Medien. Auch Facebook. Dort kann man ein Video über meine Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe sehen. Dort war fast drei Monate eine Schreibmaschinen-Ausstellung zu sehen.
Vergangenheit trifft Moderne?
Ich denke eher, die Vergangenheit hat die Zukunft geprägt. Ohne Historie gibt es keine Zukunft. Das gilt auch für den Maschinenbau und die Feinwerkstechnik.
Warum fasziniert Sie die Technik an den alten Schreibmaschinen?
Ich habe Maschinenbautechnik und dann Maschinenbauingenieur studiert...
...da könnte man sich auch für wesentlich größere Maschinen begeistern.
Schon. Meine Begeisterung hängt aber damit zusammen, dass ich schon vor meiner Zeit als Fachredakteur geschrieben habe. Wenn ich bei Kunden war, habe ich meine Berichte nicht von Hand, sondern mit einer Schreibmaschine geschrieben.
Mit einer kleinen Reiseschreibmaschine?
Nein, mit einer uralten Torpedo. Die hat mich fasziniert. Dem Ludwigsburger Bahnhof gegenüber war ein Büromaschinenhändler, der sie verkaufte. Die Maschine war genauso alt wie ich, nämlich Jahrgang 1941. Ich habe einen ständigen Kampf mit der Maschine geführt, weil meine Gedanken schneller waren als meine zehn Finger.
Trauern Sie den alten Maschinen eigentlich nach?
Die Sympathie bezog sich nicht aufs Schreiben. Ich habe mir 1984 schnell ein ganz intelligentes elektrisches IBM-Schreibsystem gekauft.
Warum sammeln Sie dann die alten Maschinen?
Als Maschinenbauer interessiere ich mich für Kinematik, also die Lehre von den Bewegungsabläufen. Egal ob bei Bergwerksmaschinen oder bei den feinen kleinen Maschinen, bei deren Innenleben man dann von Feinwerkstechnik spricht. Es ist einfach grandios, was die Menschen sich ausgedacht haben. Es geht mir nicht nur um rückwärtsgewandte Nostalgie.