Ludwigsburg opfert Parkplätze für Radbügel Pendler müssen ihre Räder am Solitudeplatz parken

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Kündigung zur falschen Zeit: Die Stadt Ludwigsburg muss eine Interimslösung finden, weil die Radboxen am Bahnhof weg müssen und das Radparkhaus noch nicht da ist.

Vier Autoparkplätze am Ludwigsburger Bahnhof fallen weg, weil die Radstation gleich nebenan umziehen muss. Foto: factum/Simon Granville
Vier Autoparkplätze am Ludwigsburger Bahnhof fallen weg, weil die Radstation gleich nebenan umziehen muss. Foto: factum/Simon Granville

Ludwigsburg - Wer mit dem Rad zum Ludwigsburger Bahnhof kommt, kann sein Bike in überdachten Radständern oder in verschließbaren Radboxen abstellen. Bisher. Denn am 30. November ist damit erst einmal Schluss. Die Eigentümergesellschaft des Bahnhofsgebäudes hat den Mietvertrag gekündigt. Nun suchen die Stadt und der ADFC, der die Vermietung der Radboxen organisiert, nach Alternativen. Für eine davon sollen vier Autoparkplätze direkt am Bahnhofsvorplatz geopfert werden.

Abstellplätze ohne Überdachung

Wäre der Mietvertrag mit dem Münchner Immobilienentwickler Dibag erst in einem Jahr ausgelaufen, wäre ein Umzug der Radstationen reibungslos möglich gewesen. Denn bis zum Herbst 2021 soll das neue Radparkhaus am Schillerdeck eröffnet werden. Das zumindest sehen die Pläne der Stadt vor. In Leichtbauweise soll die Anlage unterhalb des Bahnhofs am Schillerdurchlass entstehen, in dem 700 Räder abgestellt werden können. Da die Kündigung nun ein Jahr zu früh kommt, müssten Interimslösungen gefunden werden, sagt Matthias Knobloch, der Leiter des Fachbereichs Nachhaltige Mobilität.

Die Boxen sollen demnach von der östlichen Seite des Bahnhofs auf den Solitudeplatz umziehen, während auf dem Bahnhofsvorplatz insgesamt 60 Haltebügel installiert werden sollen, an denen die Räder angeschlossen werden können. „Dazu wird es keine Überdachungen geben“, sagt Knobloch. „Das soll ja keine große Geschichte, sondern nur etwas Temporäres werden.“ Auch die bereits bestehende Radanlage bei der MHP-Arena soll verlängert werden. Die weitaus meisten Räder sollen indes auf dem Solitudeplatz abgestellt werden. Außerdem sei geplant, auch weitere Radboxen an der S-Bahn-Haltestelle Favoritepark aufzustellen, sagt der Mobilitätsexperte. Es müsse ausreichend Möglichkeiten geben, auch höherwertige Räder sicher zu parken.

Weitere Parkboxen am Favoritepark

Bei der Station Favorite gibt es zwar schon ein paar wenige Radboxen auf dem großen Platz auf der Seite von Eglosheim. Nun aber soll eine kleinerer Parkplatz auf der Seite der Pädagogischen Hochschule zum Radabstellplatz umfunktioniert werden. „An Favorite möchte auch Regiorad eine weitere Station für Leihräder aufbauen“, sagt Matthias Knobloch.

Mit dem Bau eines Radparkhauses soll eine neue Ära für das Radeln in Ludwigsburg beginnen. Das bereits bestehende Autoparkdeck Schillerviertel wird um eine Etage aufgestockt. Auf der zusätzlichen Ebene befinden sich künftig die Radstellplätze, die der Stadt zufolge auch digital gebucht werden können. Zudem wird es dort Pedelecs und E-Scooter zum Ausleihen geben. Noch im Dezember soll ein entsprechender Bauantrag eingereicht werden. Mit großen Widerständen der Nachbarn sei nicht mehr zu rechnen, meint Knobloch. Kleinere Auseinandersetzungen habe man bereits aus der Welt schaffen können. Somit könnte im April mit dem Bau begonnen werden.

Bewachtes Parkhaus für Räder

Dieses Parkhaus soll 24 Stunden an sieben Tagen überwacht sein, meint Knobloch. „Dennoch werden wir dort noch so etwas wie einen VIP-Bereich einrichten, in dem höherwertige Fahrzeuge abgestellt werden können.“ Wie man diese zusätzliche Sicherheit gewährleistet, ist noch unklar. Die neue Radstation soll Platz für mindestens 700 Räder bieten. Zum Vergleich: Die bereits voll ausgelastete Radstation am Westportal bietet 185 Rädern Platz. Das neue Radparkhaus kostet Ludwigsburg 765 000 Euro. Die EU unterstützt das Projekt mit 321 000 Euro, weitere 128 000 Euro schießt das Land zu.




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