Ludwigsburg Radweg für die Marbacher Straße

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Um die Zweiradfahrer auf der Straße zum Ludwigsburger Stadtteil Neckarweihingen zu schützen, reichen neue Markierungen. Sehr viel teurer wird ein Umbau westlich der Bahngleise.

Busse auf der Marbacher Straße müssen sich diese Spur wohl bald mit den Radlern teilen.  Der Platz reiche für beide, meint der Verkehrsexperte Gunter Kölz. Foto: factum/Granville
Busse auf der Marbacher Straße müssen sich diese Spur wohl bald mit den Radlern teilen. Der Platz reiche für beide, meint der Verkehrsexperte Gunter Kölz. Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Christine Knoß ist begeistert. Endlich passiere etwas in Sachen Radrouten und Radwegen in Ludwigsburg. „Wir haben darauf sehr lange warten müssen“, sagt die Grünen-Stadträtin und Aktivistin der Radwege-Initiative. Auf vieles werden die Radler auch weiterhin warten müssen, hat der Professor Gunter Kölz allerdings klargemacht. Aber in der Marbacher Straße könne sich noch in diesem Jahr Grundlegendes ändern. Der Experte, der von der Stadt mit einer Analyse beauftragt worden war, hält einen Radweg auf beiden Seiten der viel befahrenen Straße nach Neckarweihingen für machbar.

Busse und Radler teilen sich Spur

„Der Aufwand ist aus unserer Sicht überschaubar“, sagte der Diplom-Ingenieur, als er das Konzept im Bauausschuss des Gemeinderats vorstellte. Die Marbacher Straße ist eines von zwei Kernstücken des Radroutenkonzepts, die das Planer­büro noch einmal eingehender untersucht hat. An vielen Abschnitten genügten allein Markierungen, um Platz für Radfahrer zu machen, meint Gunter Kölz. Dass diese aber auch auf einem Teilabschnitt in Richtung Stadtmitte auf die Busspur gelenkt werden sollen, hat einige Stadträtinnen irritiert. Ebenso wie die teilweise Reduzierung der vorhandenen Fahrbahnen für Autos von vier auf drei.

Elke Kreiser (CDU) etwa kann sich nicht vorstellen, dass weniger Fahrspuren die Staus nicht verlängerten. Außerdem meinte sie, Bus und Rad rückten sich auf einer gemeinsamen Fahrbahn gefährlich nah auf die Pelle. Professor Kölz versicherte, der Platz reiche für die verschiedenen Nutzer gut aus, zumal die Busfrequenz nicht sehr hoch sei. Eine Reduzierung für den Autoverkehr sei nur an den Kreuzungspunkten vorgesehen. Im Übrigen könne der Verkehr wie bisher fließen.

Sehr viel kompliziertere Überlegungen müssen angestellt werden, wenn das zweite Kernstück des Radroutenkonzepts in Angriff genommen werden soll: der Weg von der Innenstadt in die Weststadt über Martin-Luther-, Kurfürsten- und August-Bebel-Straße. Hier gibt es nach Einschätzung der Ingenieure mehrere Engpässe. Mal sind es Mauern, mal zu hohe Bordsteine, die versetzt werden müssten. Dazu kommt das Parken am Straßenrand. „Wir haben errechnet, dass es auf dieser Strecke 86 öffentliche Parkplätze gibt“, sagt Kölz. Für die meisten davon müsse Ersatz gefunden werden, um einen reibungslosen Rad­verkehr in Richtung Schulzentrum West gewährleisten zu können. Das Büro geht davon aus, dass die nötigen Arbeiten 4,5 Millionen bis fünf Millionen Euro kosteten.

Steile Rampen für den Radlersteg

Dennoch favorisiert Professor Kölz diese Route. In der ebenfalls von ihm geprüften Alternativstrecke diesseits der Bahn – entlang der Bismarckstraße – sieht er noch mehr Nachteile. Irgendwann müsse der Weg die Gleise kreuzen, was entweder einen eigenen Steg oder eine neue Unterführung nötig mache. Beides sei teuer, der Steg allein würde 2,9 Millionen Euro kosten. „Für diesen müssten wir auf beiden Seiten eine Rampe bauen“, sagt Kölz. Dafür aber gebe es wenig Platz, sie werde also sehr steil, was nicht im Interesse der Radler sein könne. Von einem solchen „gewaltigen Bauwerk“ wollten denn auch weder Dieter Juranek (SPD) noch Christine Knoß etwas wissen. Markus Gericke (Grüne) wünschte, dass in Bezug auf den Radweg Marbacher Straße „aufs Gas gedrückt“ wird.




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