Die Stadt Ludwigsburg mietet das ehemalige Pflegeheim auf der Karlshöhe, um dort etwa 80 Flüchtlinge unterzubringen. Was sagen die Anwohner dazu?

Im Haus am Salon auf der Karlshöhe werden von März an etwa 80 Geflüchtete aus der Ukraine unterkommen. Die Stadt Ludwigsburg mietet die Räume des ehemaligen Pflegeheims von der Stiftung Karlshöhe – diese wiederum wird die Sozialberatung der neuen Bewohner übernehmen. Die Anwohner sind jüngst über das Vorhaben informiert worden. Manche von ihnen sorgen sich um das Miteinander, gerade mit russischen Auswanderfamilien in der Nachbarschaft. Viele fragen aber auch, wie sie die Geflüchteten am besten unterstützen können.

Die Unterkunft wird eine der schöneren sein, sagt Raphael Dahler, bei der Stadt für gesellschaftliche Teilhabe und Soziales verantwortlich. Den Geflüchteten stehen im Haus am Salon eigene Zimmer zur Verfügung, Küchen müssen meist geteilt werden, aber nicht mit so vielen wie in anderen Unterkünften. Um den sozialen Anschluss nicht zu verlieren, gibt es einige Gemeinschaftsflächen.

Soziale Helfer sind vor Ort

Um die Menschen aus der Ukraine auch menschlich willkommen zu heißen, stellt die Stiftung Karlshöhe eine Hundert-Prozent-Stelle zur Verfügung. Es wird also von Montag bis Freitag immer ein Ansprechpartner da sein, der sich mit den Geflüchteten unterhalten oder ihnen beim Ausfüllen von Dokumenten helfen kann. „Wir können nicht jeden Einzelnen zum Amt begleiten“, sagt Alexander Hinz, Bereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe bei der Stiftung Karlshöhe. Aber eine klare Tagesstruktur wollen sie den Menschen geben, sie für Sprachkurse begeistern und nach Möglichkeiten für die Kinderbetreuung schauen. Bei vielen Anliegen könne man die Geflüchteten auch an andere Stellen wie zum Beispiel das Jobcenter vermitteln.

Unterkunft ist für ein Jahr gemietet

Laut der Stadt Ludwigsburg werden Menschen aus der Ukraine in das Haus am Salon einziehen, die zurzeit bereits in der Stadt untergebracht sind. Mit der Stiftung Karlshöhe sei ein Mietvertrag über ein Jahr geschlossen worden, mit Verlängerungsoption. „Wir sehen das Gebäude aber nicht auf Dauer als Unterkunft“, sagt die Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz. Was die Bedenken der Anwohner angeht, dass es möglicherweise Reibereien zwischen den Flüchtlingen und russischen Auswanderfamilien geben könnte, kann die Bürgermeisterin beruhigen: Bisher kommen die Ludwigsburger mit den Ukrainern sehr gut aus. Viele Russisch-Sprechende Menschen haben als Dolmetscher ausgeholfen. „Wir wollen natürlich nicht, dass der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hier im Kleinen weiter ausgetragen wird“, sagt Schmetz. „Das ist bisher aber auch nicht passiert.“

Die Stadt Ludwigsburg rechnet damit, dass pro Monat ungefähr 40 weitere Flüchtlinge aus der Ukraine und aus Drittstaaten in die Stadt kommen werden. Bis Ende 2022 waren knapp 300 Menschen in einer vorläufigen Unterbringung des Landkreises und rund 1400 Menschen in einer Anschluss- oder Obdachlosenunterbringung der Stadt untergekommen.