Ludwigsburg will mehr Parkuhren aufstellen Straßen sind zugeparkt und die Garagen leer

Die Ludwigsburger parken lieber am Straßenrand. Viele Parkhäuser – wie das am Bahnhof – stehen die meiste Zeit leer. Foto: factum/Granville
Die Ludwigsburger parken lieber am Straßenrand. Viele Parkhäuser – wie das am Bahnhof – stehen die meiste Zeit leer. Foto: factum/Granville

Die Ludwigsburger parken am liebsten am Fahrbahnrand, während sie die Parkhäuser meiden. Die Garagen an der MHP-Arena und am Bahnhof sind meist halb leer – auch um die Marstallgarage machen viele einen Bogen. Das soll anders werden.

Ludwigsburg: Ludwig Laibacher (lai)
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Ludwigsburg - Die Ludwigsburger parken am liebsten am Fahrbahnrand, während sie die Parkhäuser meiden. Das ist ein Befund aus neuen Studien zum Parkverhalten in der City und in der Weststadt, die jetzt im Bauausschuss vorgestellt wurden. Die Garagen an der MHP-Arena und am Bahnhof sind meist halb leer, und auch um die Marstallgarage machen viele einen Bogen. Die Leidtragenden sind die Anwohner, deren Stellflächen von Fremden blockiert werden. Die Stadtverwaltung möchte deshalb neue Parkuhren aufstellen.

Zwei Gebiete wurden untersucht: Die Weststadt nördlich der Schwieberdinger Straße von der Rundsporthalle bis zum Bleyle-Areal sowie die Innenstadt zwischen Wilhelmstraße und Marstallcenter. Erhoben wurden die Daten an einem normalen Werktag, an einem Samstag sowie an einem Sonntag im September, erläuterte Gerhard Ressler vom städtischen Fachbereich Planung und Vermessung. Demnach ist die Bilanz vor allem an Werktagen ernüchternd. Im Westen ballt sich fast alles im Einzugsbereich des Bahnhofs, während sich die abgestellten Wagen in der Unteren Stadt über sämtliche Straßen verteilen.

„Die Anwohnerbeschwerden sind berechtigt“, sagte Ressler. „Es gibt viele Falschparker.“ Auffallend sei, dass die Tiefgarage des Marstallcenters trotz Renovierung und der Wiedereröffnung der Ladenpassage kaum ausgelastet sei.

Am Samstag würden die Parkhäuser in der City insgesamt besser genutzt. Dann allerdings fehlten zeitweise tatsächlich bis zu 400 Stellplätze. An dem ausgewählten Sonntag im September sei der Ansturm wegen mehrerer Veranstaltungen und strahlendem Sonnenschein so groß gewesen, dass sogar 700 Stellplätze fehlten, sagt Ressler: „Das hat damit zu tun, dass die Parkhäuser Wilhelm-Galerie, Asperger Straße und Oberpaur sonntags zu sind.“ Man müsse überlegen, diese Garagen auch sonntags zu öffnen.

Während sich in der Innenstadt die Situation in den Straßen wenigstens nachts entspanne, ändere sich in der Weststadt mit dem Wechsel von Tag und Nacht wenig, sagte Ressler. In Bahnhofsnähe betrage die Auslastung zeitweise 90 Prozent. Mit Ausnahme der Parkhäuser an der MHP-Arena und am Bahnhof: „Dort gibt es noch große Reserven“, sagte Ressler. Etwas Entlastung gebe es in der Weststadt nach 20 Uhr eigentlich nur in den Bereichen zwischen Talallee und Schillstraße und entlang der Pflugfelder Straße.

Die Grünen-Stadträtin Christine Knoß regte an, zu kontrollieren, ob im Umfeld des Bahnhofs nicht auch viele Firmenwagen nachts abgestellt werden. Eine Erhebung nach Kennzeichen sei nicht gestattet, das verbiete der Datenschutz, sagte Ressler. Sein Resümee fiel deutlich aus: „Es besteht Handlungsbedarf“, sagte der Verkehrsexperte. Er empfehle ein ähnliches Konzept der Parkraumbewirtschaftung wie in der Ludwigsburger Oststadt.

Die Oststadt war 2013 gegen viel Widerstand von Behörden und Firmen in eine Bezahlzone umgewandelt worden. Seither ist sowohl das Parken an den Straßen als auch auf der Bärenwiese kostenpflichtig. Mittlerweile feiern die Verwaltung und der Gemeinderat das System als Erfolg. Sollte man in der Weststadt ähnlich verfahren, müsse man das Konzept auch gleich auf den Süden ausdehnen, warnte Andreas Rothacker (FW). Andernfalls werde das Problem nur verlagert, weil viele ihre Autos dann in der Südstadt abstellten.




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