Ludwigsburger Basketballer Die Riesen erwischen nicht ihren besten Tag

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Basketball-Bundesligist MHP Riesen Ludwigsburg verliert gegen Alba Berlin deutlich mit 67:86 und muss den zweiten Tabellenplatz an den direkten Konkurrenten abgeben.

Aus dem Tritt: Foto: Baumann
Aus dem Tritt: Foto: Baumann

Ludwigburg - Ludwigsburgs Basketballer haben in dieser Saison zwar die Anzahl der Sitzplätze in der MHP-Arena erhöht, dennoch mussten viele der 4200 Zuschauer in der zum zweiten Mal ausverkauften Halle länger stehen, als ihnen lieb war. Weil es Usus ist, dass sich die Fans zu Beginn der ersten und zweiten Hälfte so lange erheben bis der erste Korb der eigenen Mannschaft gefallen ist. Und das kann dauern – wie am Sonntag. Mehr als drei Minuten zu Beginn und sogar mehr als sechs nach der Pause. Was schon mal unterstreicht, wie schwer die MHP Riesen gegen Alba Berlin ins Spiel gefunden haben. Und so stand unterm Strich die wenig überraschende 67:86-(39:38)-Niederlage im Bundesliga-Spitzenspiel, nach dem die Riesen den zweiten Tabellenplatz wieder an den direkten Konkurrenten abgeben mussten. Deren Trainer Aito Reneses freute sich natürlich: „Das war ein wichtiger Sieg, weil Ludwigsburg die beste Verteidigung in der Liga hat.“ Aber eben auch nicht immer den besten Tag erwischt.

Der hatte ja schon denkbar schlecht begonnen, nachdem Nationalspieler Johannes Thiemann sich über Nacht mit einer Magen-Darm-Grippe abmelden musste - und dann auch schon Mitte des ersten Viertels mehrfach die Zeitmessung ausgefallen war, so dass ein Offizieller die Zuschauer mit den Worten „schon wieder kein Strom auf dem Computer“ beruhigen mussten. Im übertragenen Sinne galt das in der Anfangsphase ja auch für die eigene Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt einem 6:18-Rückstand hinterherlief. „Das ist nicht das erste Mal in den vergangenen Spielen“, kritisierte Ludwigsburgs Trainer John Patrick den Konzentrationsmangel seiner Startformation.

Doch aufgeben gilt nicht bei den Riesen. Im zweiten Viertel legte die Mannschaft eine starke Vorstellung hin und brachte somit die Halle zum Kochen (nicht zuletzt dank Florian Koch/8, der als sogenannter Bankspieler fast 18 Minuten lang auf dem Parkett stand und zu überzeugen wusste). Thomas Walkup mit zwei Dreiern und eine Steigerung in der Defensive, die die Berliner zu Ballverlusten und Fehlern zwang, sorgten für die Führung zur Pause. Doch nach dem Wechsel war es mit der Herrlichkeit schnell vorbei. Die starken Gäste legten einen fulminanten 20:1-Lauf bis zur 58:40-Führung hin. Von diesem erneuten Schlag erholten sich die Ludwigsburger nicht mehr. Während Berlin vor allem in Luke Sikma (15 Punkte) sowie den Spielmachern Peyton Siva (12) und Joshiko Saibou (9) seine Aktivposten hatte, war bei den Riesen zwar der Kampf vorhanden, aber auch viel Krampf: Spielmacher Kerron Johnson (8) und auch der so zuverlässige Thomas Walkup (12) fehlte an diesem Nachmittag die ordnende und ruhige Hand. „Nach dem Lauf der Berliner waren wir frustriert und haben den Kopf verloren“, sagte Patrick, dessen Team das Spiel allein schon von der Dreier-Linie verloren hat: Die Riesen machten aus der Distanz zwölf Punkte, Berlin stolze 42 – noch Fragen? „Da hatten wir zu viele wilde Würfe“, meinte Patrick, der in der Schlussphase noch Lukas Herzog zu seinem Bundesligadebüt verhalf. Dagegen fehlt Rocky Trice als siebter Ausländer immer noch verletzt, aber Patrick betont: „Ich finde es nur fair, ihm alle Zeit geben.“ Zumal die Mannschaft zwar am Dienstag schon wieder in der Champions League in Litauen im Einsatz ist, am nächsten Wochenende aber frei hat. Bis auf zwei Mann: Thomas Walkup und Johannes Thiemann sind beim Allstar-Spiel in Göttingen im Einsatz. Was eine Belohnung für ihre bisher starken Leistungen ist - aber eben Lust und Last zugleich.