Ludwigsburger neue Kletterhalle Neue Heimat für Kletterer im Sportzentrum Ost

Von Claudia Bell 

Der Bauträger freut sich, aber die Anwohner haben Sorgen. Ende Herbst soll das Sportzentrum Ost in der Fuchshofstraße eröffnet werden, doch die Bewohner befürchten Parkplatznöte.

Hans-Peter Schmitt freut sich über den Baufortschritt in der Kletterhalle. Foto: factum/Granville
Hans-Peter Schmitt freut sich über den Baufortschritt in der Kletterhalle. Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Hans-Peter Schmitt freut sich. Die Bauarbeiten gehen voran, die Fortschritte am Sportzentrum Ost in der Fuchshofstraße seien täglich zu verfolgen, sagt der Berater der Reisser-Stiftung. Der pensionierte Jurist wurde von Wolfgang Reisser mit der Betreuung des rund sieben Millionen Euro teuren Großprojekts beauftragt. Zurzeit sind die Handwerker mit dem Aufbringen des Estrichs im Erdgeschoss beschäftigt, viele Meter Kabel sind verlegt, die Aufteilung der 22 Zimmer für 40 Personen ist erkennbar. Der Bauträger ist die Reisser-Stiftung, Ende des Herbstes soll die Eröffnung sein.

Der Hockey-Club Ludwigsburg (HCL) bekommt hier seine neue Heimat mit neuer Halle, Gaststätte mit Biergarten, Sportlerbar, Veranstaltungsräumen, Übernachtungsmöglichkeiten, Wohnungen für Hausmeister oder Trainer, Fitness-Studio, Yoga-Zentrum, Freibad und vier sogenannte Boulderhallen, die bis zu 14 Meter hoch sind. Mit einer Kletterfläche von insgesamt 2800 Quadratmetern in den Hallen und an der Außenwand zählen die Kletterhallen künftig zu den größten in der Region.

Bouldern liegt voll im Trend

Weshalb sich der Hockey-Freund Reisser ausgerechnet zum Bau von Boulderhallen entschieden hat? Bouldern, das Klettern ohne Seil und Gurt, liege voll im Trend, sagt Schmitt. Zudem solle neben dem Hockey-Bereich ein breites Sportangebot offeriert werden mit Zutritt für alle. Eine Mitgliedschaft im HCL sei allerdings „wünschenswert“, so Schmitt. Schließlich will ein solches Großprojekt nach dem Bau auch finanziert sein.

Wäre es nach dem Bauträger gegangen, stünde das Sportzentrum schon seit Jahren fertig da. „Dem Gemeinderat war das aber nicht geheuer, weil er einen riesigen Komplex befürchtet hat und zudem erst eine sichere Finanzierung haben wollte“, sagt Schmitt. Erst nachdem die Stiftung eine wasserdichte Finanzierung vorgelegt habe, gab es die Zustimmung der Stadt.

Doch bei aller Vorfreude gibt es einen Wermutstropfen: Anwohner befürchten durch den neuen Komplex einen Verkehrskollaps und eine Verschärfung der Parkplatzsituation. Tatsächlich rechnet Schmitt mit 45 000 Kletterhallen-Besuchern jährlich, hinzu kommen wohl etwa 800 Fitness-Studio-Mitglieder plus die Besucher von Hockeyspielen im Sommer. „Ich verstehe die Bedenken der Anwohner, dass hier eine enge Situation entstehen könnte“, sagt Schmitt. Die Stiftung habe jedoch die Voraussetzungen erfüllt und könne nun 60 Stellplätze nachweisen.

Die Stadt hat die Parkplatzsituation im Blick

Zur Entspannung des Ganzen sollen die Querparkplätze entlang der Fuchshofstraße in Senkrechtplätze umgewandelt und außerdem der Spielplatz nördlich der Tennishalle verlegt werden, um dort zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Allerdings sei das bis zur Eröffnung Ende Oktober nicht realisierbar, sagt Martin Kurt, der Leiter Stadtplanung und Vermessung. „Wir bleiben aber dran und haben das im Auge.“ Für die Anwohner der geplanten Einfamilienhäuser und mehrgeschossigen Häuser auf dem Feldgelände rings um das Sportzentrum soll es eine Tiefgarage geben. „Die Parkierung ist ein großes Thema“, so Kurt.




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