Ludwigsburger Räte tun sich schwer mit Sparbeschlüssen Drei Sporthallen für höchstens 24 Millionen

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Die Ludwigsburger Stadträte deckeln zwar die Kosten für neue Hallen in der Oststadt, in Oßweil und Poppenweiler, wollen aber nicht am ursprünglichen Raumprogramm rütteln. Wo also gespart werden soll, ist weiterhin offen.

Die Mehrzweckhalle in Oßweil ist längst zu klein. Vorschläge für einen Neubau liegen auf dem Tisch, aber  die Stadträte können sich nicht einigen.  . Foto: factum/Simon Granville
Die Mehrzweckhalle in Oßweil ist längst zu klein. Vorschläge für einen Neubau liegen auf dem Tisch, aber die Stadträte können sich nicht einigen. . Foto: factum/Simon Granville

Ludwigsburg - Sport ist gesund, und Sporthallen sind wichtig für Schulen, Vereine und den Zusammenhalt in den Stadtteilen – aber Bauen ist teuer. Darum gingen in den zum Teil seit Jahrzehnten geführten Debatten um neue Sportstätten für Poppenweiler, Oßweil und die Oststadt an dieser Stelle stets die Meinungen von Stadtteilbewohnern, Stadträten und Verwaltung auseinander: Die einen legten den Schwerpunkt auf den Sport, die anderen aufs Geld. 2019 schien sich das erstmals zu ändern, der Bau der drei Hallen schien in Reichweite. Eine neuerliche Beratung sollte jetzt mehr Klarheit schaffen – am Ende aber war die Verwirrung groß.

Präsentierten sich Gemeinderat und Stadtverwaltung Mitte 2019 noch zuversichtlich, dass alle drei Hallen verwirklicht werden können, lautete die Frage nach den Haushaltsberatungen im Herbst nur noch, was ist wirklich machbar? Die Verwaltung wurde angewiesen, das Raumprogramm noch einmal zu überarbeiten, um die Kosten deutlich zu drücken. In einer gemeinsamen Sitzung von Stadtentwicklungs- und Sportausschuss stellte Raphael Dahler, der Leiter des Fachbereichs Sport, am Mittwoch die gewünschten „haushaltsverträglichen Alternativen“ vor.

Nicht nur an der Größe sparen

Die Stadträte sollten wählen – aus vier Varianten für die Oststadthalle, fünf für eine neue Mehrzweckhalle Oßweil und drei für Poppenweiler. Echte Ersparnis gäbe es demnach aber in allen drei Fällen nur, wenn man auf gravierende Elemente wie Tribünen und Bewirtungsangebote verzichten würde. „Wir sollten sparen, aber nicht am Bedarf vorbei“, sagte denn auch Armin Klotz CDU). Und Hubertus von Stackelberg (SPD) warnte: „Wir sollten nicht zu kurz springen.“ Reinhardt Weiss (FW) legte Wert auf eine Gleichbehandlung der Stadtteile, während Florian Sorg (Grüne) meinte, nicht die Stadt, sondern die Sportvereine sollten in die Hallen investieren und entsprechende Förderanträge beim Land stellen. Damit ließen sich die Kosten senken.

Von Stackelberg glaubt nicht, dass ein verändertes Raumprogramm allein die große Ersparnis bringt. Er sieht mehr Spielraum im Verfahren und verweist auf den Bau der Turnhalle in Hoheneck, die nur 2,4 Millionen Euro gekostet habe, weil sie nach dem Prinzip Generalübernehmer realisiert worden ist. Jochen Eisele (FDP) meinte, die Stadt setze etwa die Kosten für eine neue Halle in Poppenweiler (sechs Millionen Euro) zu hoch an: „Die ist doch kaum größer als die Turnhalle in Hohen-eck.“ Die Turnhalle in Hoheneck könne man nicht wirklich mit der für Poppenweiler vergleichen, widersprach Oberbürgermeister Matthias Knecht.

Turnhallen in Modulbauweise?

Eisele schlug außerdem vor, die Bauaufträge ohne Architektenwettbewerb zu vergeben – am besten an ein Unternehmen, das die Hallen in Modulbauweise aufstellen könne: „Wir brauchen die Hallen schnell, günstig und funktional.“ Das nötige Geld für die drei Hallen sei leicht zu beschaffen, meinte Elga Burkhardt (Lubu). „Wir müssten nur damit aufhören, ständig neue Wohngebiete auszuweisen.“

Am Ende erwiesen sich nur zwei Maximallösungen als mehrheitsfähig: Die Oststadt soll nach dem Willen des Sportausschusses (der allein über das Raumprogramm entscheiden durfte) zwei Zweifeldhallen mit einer Tribüne, auf der bis zu 200 Personen Platz finden können, bekommen. Aus Platzgründen müssten diese wohl übereinander errichtet werden (geschätzte Kosten zehn bis 14 Millionen Euro). Poppenweiler soll eine Zweifeldhalle inklusive Tribüne und Cafeteria erhalten (Kosten: sechs Millionen Euro).

Verwirrung bei der Abstimmung

Im Falle einer neuen Mehrzweckhalle für Oßweil gab es keine Einigung, weil keine der fünf Varianten eine Mehrheit erhielt. Was möglicherweise auch damit zu tun hatte, dass es einige Irritationen bei den einzelnen Abstimmungen gab. Weil mehrmals auch nichtstimmberechtigte Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses die Hand gehoben hatten, mussten das Prozedere wiederholt werden.

Beide Ausschüsse waren indes gefragt, als es darum ging, die Kosten für die geplanten Neubauten zu deckeln: Hier gab es eine klare Mehrheit dafür, die Ausgaben auf höchstens 24 Millionen Euro zu begrenzen. Bis zur entscheidenden Sitzung des gesamten Gemeinderates – vermutlich im April – soll nun noch geprüft werden, ob durch eine Fertigung in Modulbauweise Geld eingespart werden kann. die Vorschläge für die Mehrzweckhalle Oßweil werden noch einmal überarbeitet.