Ludwigsburger Verkehrsknoten Weshalb dauert der Umbau der Sternkreuzung so lange?

Die Sternkreuzung ist aktuell eine Großbaustelle. Foto: Stadt Ludwigsburg

Mit „nur ein paar neuen Linien auf der Straße“ ist es nicht getan: Ein Kreisverkehr müsse komplett neu gebaut werden, erklären Verantwortliche der Stadt Ludwigsburg.

Ludwigsburg: Sabine Armbruster (sar)

Schon 2025 hat so mancher kopfschüttelnd die Schilder betrachtet, die an der Sternkreuzung in Ludwigsburg auf den Umbau zum Kreisverkehr hinwiesen: Ein Jahr Bauzeit wurde veranschlagt – mit einem Ende im September 2026. Ob dieser Termin zu halten ist, stehe noch nicht ganz sicher fest, so Martin Mundt, der für den Umbau zuständige Projektleiter der Stadt.

 

Zwar habe man wie geplant im September 2025 mit den Arbeiten an der Fuß- und Radunterführung östlich der Kreuzung begonnen, auch wenn man das nicht gesehen habe, da zunächst die Sanitäranlagen im Untergrund samt dazugehöriger Leitungen entfernt werden mussten. Doch dann herrschte erst einmal Pause. Nicht nur wegen des Winterwetters, sondern auch wegen des Weihnachtsmarkts mit seinem hohen Besucheraufkommen.

Hinzu komme, dass im Untergrund die eine oder andere Überraschung gewartet habe, ergänzte Ulrike Schmidtgen vom Fachbereich Tiefbau und Grünflächen: „Die Leitungen wurden vor 50 Jahren nicht in Sand verlegt, sondern einbetoniert. Das bedeutet, sie mussten mit erheblichem Mehraufwand erst einmal freigelegt werden. Und an anderen Stellen findet sich Beton, der so stabil ist, dass man ihn gar nicht weg bekommt. Das heißt, man muss die Leitungen aufwendig drumherum verlegen.“

Viel Handarbeit ist notwendig

Deshalb sei vieles auf der Baustelle auch Handarbeit. Der Bagger könne praktisch nur dafür genutzt werden, das gelöste Material aufzunehmen, nicht jedoch zum eigentlichen Graben. Die Kleinarbeit sei nun jedoch größtenteils erledigt, so Schmidtgen.

Doch warum geht man überhaupt in den Untergrund und belässt es, salopp gesagt, nicht einfach dabei, ein paar neue Linien auf den Asphalt zu malen? „Ein Kreisverkehr ist etwas völlig anderes als eine Kreuzung“, so Baubürgermeister Sebastian Mannl. Das fange schon damit an, dass ein Kreisverkehr einen Hochpunkt in der Mitte brauche – und dafür brauche man wiederum eine neue Entwässerung. Zudem würde der Radweg um den Kreisel herumgeführt, der Kreisverkehr werde außerdem verschoben.

Westliche Unterführung wird abgedichtet

Ein weiterer Knackpunkt ist die westliche Unterführung. Die kann zwar von Fußgängern schon seit Langem nicht mehr genutzt werden und ist für Ortsunkundige auch gar nicht zu erkennen, aber anders als die im Osten soll sie erhalten bleiben, weil sich dort unter anderem der Fahrradkeller der Rathausmitarbeiterinnen und -mitarbeiter befindet. Doch weil auch sie in die Jahre gekommen ist, muss sie abgedichtet werden.

Sprich: Auch an dieser Stelle musste man erst einmal ein Stück unter das Straßenniveau gehen. Und die Decke des B27-Tunnels muss im Bereich des künftigen, 32 Meter großen Kreisels laut Mannl komplett neu gebaut werden – wie bereits die Teilstücke nördlich und südlich der Kreuzung. Deren Sanierung mit dem Interimskreisverkehr hatte überhaupt erst den Anstoß dafür gegeben, aus der stark befahrenen Kreuzung einen Kreisel zu machen.

Zu der Frage, warum man nicht auch in der Nacht arbeite, um die Sache zu beschleunigen, gab es bei einem Pressetermin Antworten. „Wenn man nachts arbeiten und dann vielleicht die Kreuzung komplett sperren möchte, muss man das jedes Mal mit einem überwiegend öffentlichen Interesse begründen“, erklärte Mannl. Es gehe dabei auch um Lärmschutz für die Anwohner. Nur der Abtransport der Schlangenskulptur und ihres Fundaments sei nachts erfolgt. „Mit dem dafür nötigen Schwertransport wäre das nicht anders möglich gewesen.“

Blüba-Start dürfte Herausforderung werden

Schließlich spielen für den Zeitpunkt der Fertigstellung auch noch die traditionellen Bauferien im August eine Rolle. „Da sind wir momentan noch in der Klärung mit dem zuständigen Bauunternehmen“, sagte Projektleiter Mundt.

Ein Detail: Wasserleitungen und Schächte (einer davon unten im Bild) müssen neu gebaut werden. Foto: Sabine Armbruster

Spannend dürfte es aber schon vorher werden – nämlich dann, wenn das Blühende Barock wieder seine Pforten für zahlende Besucher öffnet. Für ortsunkundige Gäste dürfte das eine zusätzliche Herausforderung werden, wenn sie beispielsweise die Tiefgarage am Rathaus ansteuern. „Zum Blüba-Start wollen wir noch neu beschildern und auch gegebenenfalls nachbessern“, versprach Mannl. Ein Problem dürfte aber auch die wegen der Mammutbaustelle geänderte Fußgängerquerung der Schorndorfer Straße am Haupteingang des Parks sein. Denn da müssen Fußgänger, ebenso wie bei der Baustellenampel auf der westlichen Seite des Kreisels, schon mal ein paar Minuten lang warten – wenn sie nicht vorher schon die Geduld verlieren.

Und weil man schon mal in diesem Bereich am Bauen ist, wird auch noch die Fahrbahndecke bis zur Blüba-Ampel in beide Fahrtrichtungen erneuert – trotz knapper Kassen. So muss man nicht schon bald die nächste Baustelle eröffnen.

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