Lückenschluss in Renningen Ministerium gibt Wolfgang Faißt Kontra

Von kle 

Der Schlagabtausch zwischen Stadt und Land zum Thema Lückenschluss B 295/B 464 geht in die nächste Runde.

Die gelben Linien des Provisoriums bleiben noch lange erhalten. Foto: factum/Archiv
Die gelben Linien des Provisoriums bleiben noch lange erhalten. Foto: factum/Archiv

Renningen - Das Thema Lückenschluss bei Renningen bleibt ein Reizthema sondergleichen. Nach dem erneuten Vorwurf des Renninger Bürgermeisters Wolfgang Faißt in Richtung Verkehrsministerium und Minister Winfried Hermann hat wiederum der Ministerialdirektor Uwe Lahl seine Aussagen zu Gunsten des Ministers bekräftigt.

Nicht erst seit die Entscheidung verkündet wurde, dass der sechsspurige Ausbau der A 81 fertig sein muss, bevor die Verbindung von B 295 und B 464 verbessert wird, sind heftige Diskussionen und Vorwürfe auf politischer und Verwaltungsebene fast schon an der Tagesordnung. Besonders emotional wird das Thema in der Stadt Renningen diskutiert, deren Bürger nun umso mehr den Ausweichverkehr während des Autobahnausbaus fürchten.

Faißt bezeichnet die Darstellung des Ministeriums als „postfaktisch“

In einem Interview mit unserer Zeitung hatte Uwe Lahl erklärt, dass das Projekt Lückenschluss im Jahr 2012 erst auf kommunaler Ebene abgestimmt war. Der Minister habe „im Dezember 2013 alle Beteiligten an einen Tisch geholt“ und den Prozess in Richtung Lückenschluss somit nicht verzögert, wie ihm aus Renningen vorgeworfen werde, sondern beschleunigt. Diese Darstellung hatte Wolfgang Faißt später in einem offenen Brief als „postfaktisch“ bezeichnet. Der Minister habe bei einer Wahlkampfveranstaltung 2013 „dieses dringende Projekt ausgebremst“ (wir berichteten).

„Weder Minister Hermann noch sonst jemand im Verkehrsministerium oder in der Straßenbauverwaltung haben den Lückenschluss zwischen der B 295 und der B 464 gebremst“, betont Lahl in einer Pressemitteilung. „Im Gegenteil: Wir haben alle ein großes Interesse daran, dass dieses Projekt so bald als möglich realisiert wird. Gleichwohl hat der Ausbau der A 81 Vorrang und beide Projekte können nicht gleichzeitig realisiert werden, ohne dass es zu einem Verkehrskollaps in der Region kommt.“ Wer nun mit Äußerungen wie „postfaktischer“ Darstellung „anderen ein ungeklärtes Verhältnis zur Wahrheit unterstellt, muss sich selbst umso mehr an den Fakten messen lassen“. Diese sowie die Abläufe in der Planungsgeschichte werde er dem Renninger Bürgermeister in Kürze persönlich in einem Gespräch erläutern.