Luftfilter für Stuttgarter Schulen Stadt berechnet Kosten für Klassen 1 bis 6

In Niedersachsen stehen bereits Luftfilter in Klassenzimmern. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Wie es eine Studie der Universität Stuttgart empfiehlt, schafft die Stadt für die ersten 250 Klassenzimmer Luftfilter an. Und sie hat zugesagt, eine Kostenkalkulation für die Ausstattung aller Klassen 1 bis 6 vorzulegen.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt wird bis zu 250 Schulräume mit mobilen Luftreinigungsgeräten ausstatten. Sie sollen noch vor den Herbstferien in Räumen eingesetzt werden, die sich nur ungenügend lüften lassen. Dem hat der Gemeinderat am Mittwoch mehrheitlich zugestimmt.

 

Stadträte fordern Kostenklarheit

Darüber hinaus sagte die Verwaltung zu, bis 22. September eine Kostenkalkulation vorzulegen über die weitere Ausstattung aller Schulräume für die Klassen 1 bis 6. Die Fraktion der Linken, SÖS und Piraten hat die Vollausstattung aller öffentlichen Schulen in Stuttgart mit Luftfiltern beantragt. Diese solle stufenweise erfolgen und zuvörderst die Klassen betreffen, deren Kinder unter zwölf Jahre alt sind, weil es für sie noch keinen Impfstoff gibt. Auf Vorschlag von Grünen-Stadtrat Vittorio Lazaridis wird die Verwaltung dem Gremium am 22. September eine Kostenkalkulation zur Anschaffung dieser Luftreiniger vorlegen.

Mehr als 4500 Unterschriften

Die Beschaffung der ersten 250 mobilen Luftreinigungsgeräte erfordert eine Investition von bis zu einer Million Euro. Die Geräte sollen zunächst auf zwei Jahre angemietet, Fördermittel beim Land beantragt werden. Grundlage der Entscheidung sind Empfehlungen aus einer Untersuchung zum Infektionsrisiko in Klassenräumen des Instituts für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung der Universität Stuttgart. Darin ist keine Bestückung aller Klassenzimmer vorgesehen, was den Unmut der Elternschaft ausgelöst hat. Eine Petition, die bereits mehr als 4500 Erwachsene unterschrieben haben, soll darauf hinwirken. Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer bekräftigte am Mittwoch, dass eine gute Luftqualität in den meisten Räumen durch regelmäßiges Stoßlüften sichergestellt werden könne.

Hersteller fürchten Lieferengpässe

Allein in Baden-Württemberg gibt es 70 000 Klassenzimmer. Man habe zwar einige tausend Geräte auf Lager, aber „es wird nicht funktionieren, dass alle Schulen in Deutschland schnell versorgt werden“, sagte Jan-Eric Raschke, Direktor für Luftfilter-Systeme bei Mann+Hummel. „Bei hochwertigen Geräten wird es zu Lieferengpässen kommen“, so der Ludwigsburger Filterspezialist. Schon jetzt rechneten einige Zulieferer mit monatelanger Lieferzeit für Komponenten.

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