Lufthansa-Jubiläum Feierlaune nach Kräften vermiest

Lufthansa-Chef Carsten Spohr (links) und Kanzler Friedrich Merz auf dem Weg zum Jubiläumsfestakt. Foto: Hannes P. Albert/dpa

Die Gewerkschaften Ufo und Cockpit bestreiken den Festakt zum Lufthansa-Jubiläum. Die Gräben werden immer tiefer – dieser Konflikt kennt nur Verlierer, meint unser Autor.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)

Gefeiert wird ein stolzes Jubiläum: 100 Jahre Lufthansa. Doch beim Festakt mit Kanzler am Frankfurter Flughafen erweisen sich die Gewerkschaften Ufo und Cockpit als Partycrasher. Vor dem Hangar wird lautstark protestiert, und der Flugverkehr wird seit fast einer Woche bestreikt wie nie: erst das Kabinenpersonal, dann die Piloten, dann wieder die Flugbegleiter und nochmals die Piloten. Der Airline-Führung mit diesem Pingpong-Ausstand das Fest zu vermiesen, ist die maximale Provokation – bezeichnend für die Unversöhnlichkeit beider Seiten.

 

Das Management erträgt lieber das Ungemach an der Streikfront, als auf die Spartengewerkschaften zuzugehen ohne Rücksicht auf die Fluggäste und das Image der Airline. Lieber geht es seinen Weg der Verlagerung in kostengünstigere Konzernteile weiter; man wähnt sich am längeren Hebel. Um noch mit Anstand herauszukommen, hat Cockpit zuletzt eine Schlichtung vorgeschlagen, stieß aber auf taube Ohren. Je länger die Konfrontation anhält, desto tiefer werden die Gräben. Da geht es nur noch ums Prinzip, was den Konflikt von den meisten anderen Tarifkämpfen unterscheidet.

Altbekannter Ruf nach gesetzlicher Regulierung von Streiks

Dass im Arbeitgeberlager wieder der Ruf nach gesetzlichen Beschränkungen von Arbeitskämpfen laut wird, war zu erwarten. Einen solchen Großkonflikt wird sich die Bundesregierung in diesen stürmischen Zeiten kaum antun wollen. Das hilft den beiden Gewerkschaften aber auch nicht weiter.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Lufthansa Streik Kommentar UFO Festakt