Luftverkehr in Baden-Württemberg Rückenwind für Regional-Flughäfen

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Steffen Bilger, CDU-Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, spricht sich für den Erhalt der Regionalflughäfen in Baden-Württemberg aus – obwohl diese große Probleme haben.

Der Flughafen Friedrichshafen hatte viele Fluggäste der Germania-Airline, die Insolvenz anmelden musste. Foto: StZ
Der Flughafen Friedrichshafen hatte viele Fluggäste der Germania-Airline, die Insolvenz anmelden musste. Foto: StZ

Stuttgart - Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU), hat sich am Rande einer Veranstaltung der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft am Stuttgarter Flughafen für den Erhalt der Regionalflughäfen in Baden-Württemberg ausgesprochen. Gefragt, ob die Pleite der Fluggesellschaften Germania und Flybmi sich nicht stark auf den Regionalflughafen Friedrichshafen auswirke und ob die Politik dort helfen könne, sagte Bilger am Dienstagabend: „Die Insolvenz von Germania haut bei Friedrichshafen ordentlich rein. Ich hoffe aber, dass der Flughafen durch verschiedene Maßnahmen wieder näher an die Schwarze Null rückt.“

Am Flughafen Friedrichshafen mit seinem jährlichen Passagieraufkommen von rund 600 000 entfiel bisher ein Drittel des Verkehrs auf die Germania-Fluglinie. Bilger sagte, dass die Regionalflughäfen in die landespolitische Zuständigkeit fielen. Dass Grün-Schwarz sie auf Wunsch der CDU im Koalitionsvertrag ausdrücklich erwähnt und die Gewährung von „einmaligen Investitionsmitteln“ im Rahmen des EU-Rechts in Aussicht stellt, sei „ein klares Signal, dass die Regionalflughäfen in Baden-Württemberg erhalten bleiben“. Es gebe einen Bedarf für sie und ihre Einzugsgebiete, nicht alle Reisende könnten nach Stuttgart kommen.

In Stuttgart steigt das Passagieraufkommen

Laut EU-Recht sind Subventionen für Regionalflughäfen mit mehr als 200 000 Passagieren pro Jahr abnehmend nur noch bis 2024 erlaubt. Sowohl Bilger als auch der Geschäftsführer des Stuttgarter Flughafens, Walter Schoefer, haben die Erwartung ausgesprochen, dass noch weitere Fluggesellschaften pleite gehen könnten. „Die Konzentrationsbewegungen gehen weiter“, sagte Schoefer. „Es gibt ein Überangebot an Flugzeugsitzplätzen.“

Der Flughafen Stuttgart habe aber „genügend kritische Masse“, um von solchen Insolvenzen nicht gefährdet zu sein. Das Passagieraufkommen sei 2018 um acht Prozent gestiegen, man habe ein „Superjahr“ gehabt. Den Stuttgarter Airport fliegen 55 Fluggesellschaften an, das Passagieraufkommen liegt bei zwölf Millionen im Jahr. Schoefer sagte auf Anfrage, dass ein „harter Brexit“ – also ein vertragsloses Ausscheiden der Briten aus der EU – eine „schwierige“ und schwer einzuschätzende Lage für den Luftverkehr schaffen würde: „Ohne Übergangsfristen müssten Flüge aus London in die EU stillgelegt werden.“ Die Briten selbst wären davon am stärksten betroffen.