Luigi Rossignuolo ist obdachlos Die Nachtigall von Stuttgart

Mehrere Gefängnisaufenthalte haben über die Jahre  Luigis Haut mit Tattoos gefüllt. Jedes davon erzählt eine Geschichte. Foto: Samuel Müller 7 Bilder
Mehrere Gefängnisaufenthalte haben über die Jahre Luigis Haut mit Tattoos gefüllt. Jedes davon erzählt eine Geschichte. Foto: Samuel Müller

Das Emotionalste aus dem StZ-Plus-Archiv: Seit 2019 lebt Luigi Rossignuolo in Stuttgart auf der Straße. Wie verbringt er die Tage? Und wo schläft er? Wir haben den Obdachlosen 24 Stunden begleitet.

Stuttgart - Luigi bietet mir ein Stück Decke an. „Wird scheißkalt, glaub mir.“ Ich lehne dankend ab. Habe mich gut vorbereitet: Isomatte, Schlafsack, dicker Pullover, Jacke, Thermowäsche, Handschuhe, Mütze. Wird schon reichen. Plus zwei Grad zeigt das Thermometer an, der kalte Luftzug macht mir zu schaffen. Ich ziehe meinen Jackenkragen etwas höher. Das gleißend helle Licht der Unterführung über mir lässt mich nicht schlafen. „Lass dich einfach fallen“, nuschelt Luigi. „Ich mach jetzt die Augen zu, bin echt ziemlich durch.“ Neben meinem Kopf liegen Zigarettenkippen, und der Uringeruch, der sich im Boden festgesetzt hat, brennt in meiner Nase. Felu, der zwischen uns liegt, übernimmt die Nachtwache. Die Alarmsirene für den Fall der Fälle.

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