Zweimal gegen Dänemark
Mit diesem Hochgefühl im Gepäck ging es für die 23-Jährige einen Tag später dann gemeinsam mit den Nationalspielerinnen von Play-off-Viertelfinalgegner HB Ludwigsburg (16. April in Ludwigsburg, 30. April in Göppingen/jeweils 19 Uhr) von Stuttgart aus mit dem Flieger nach Hamburg. Dort findet an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) ein Länderspiel gegen Dänemark statt, das Rückspiel geht am Samstag (13.30 Uhr/beide DF1 live) im dänischen Aabenraa über die Bühne.
Die Lust von Luisa Scherer auf den Lehrgang und ihr Debüt in der Nationalmannschaft ist riesig. „Ich freute mich wahnsinnig, als der Anruf von Bundestrainer Markus Gaugisch kam, war ich total überrascht“, sagt die Linkshänderin. Auch in ihrem Verein sind alle hellauf begeistert von der Nominierung. „Das ist ein überragendes Signal für uns und bestätigt unseren Weg. Es zeigt, dass man bei Frisch Auf etwas werden kann. Das macht uns stolz“, sagt Geschäftsführer Claus Mai.
Novum in der Clubgeschichte
Der 59-Jährige, andere, weitaus altgedientere Experten in Sachen Göppinger Frauenhandball, und auch die Statistiker des Deutschen Handballbundes (DHB) konnten keine deutsche A-Nationalspielerin ausfindig machen, die zum Zeitpunkt ihrer Nominierung den grün-weißen Dress trug. „Wenn das wirklich so ist, freut mich das natürlich ganz besonders“, sagt Luisa Scherer zu diesem Novum in der Clubgeschichte.
Für die 1,74 Meter große Handballerin ist es der Lohn von kontinuierlich harter Arbeit. In der Kindsportschule des TSV Calw hat sie ihre ersten sportiven Schritte gemacht. Über den TSV Neuhengstett ging es in der D-Jugend zur SG H2Ku Herrenberg, im ersten Jahr B-Jugend zum TV Nellingen (2016 bis 2019), wo sie mit 16 Jahren auch schon bei den Aktiven am Ball war.
Zwei wichtige Jahre in Buxtehude
In der württembergischen Auswahl und für kurze Zeit als Interimscoach in Nellingen trainierte sie Nico Kiener. Der 46-Jährige war es auch, der Luisa Scherer nach zwei Bundesligajahren beim Buxtehuder SV (2019 bis 2021) wieder ins Schwabenland zurückholte und vom Projekt Frisch-Auf-Frauen überzeugte. „In den zwei Jahren im Norden habe ich total viel gelernt, mich was Athletik und Wurftechnik betrifft, stark weiterentwickelt“, sagt Luisa Scherer. Unter Coach Kiener in Göppingen hat sie dann noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht.
In der Abwehr auf der Halbposition
Die frühere Junioren-Nationalspielerin hat eine sehr gute Quote von Außen, bei Tempogegenstößen ist sie pfeilschnell vorne, auch an ihrem Rückzugsverhalten gibt es nichts zu meckern. Zudem deckt sie als Außenspielerin, die als Vorbild die Norwegerin Camilla Herrem angibt, auch noch stabil auf der Halbposition. Neben dem Handball studiert sie in Tübingen und macht im Herbst ihren Master in klinischer Psychologie.
Ihr großer Traum ist die Teilnahme an der Heim-WM in diesem Jahr, zumal das Eröffnungsspiel am 26. November auch noch in Stuttgart steigt. Doch zunächst gilt es, sich beim Debüt in Hamburg für weitere Auftritte mit dem Adler auf der Brust zu empfehlen. Bleibt noch die Frage, ob sie auch im Nationalteam, wie bei Frisch Auf, Charly genannt wird? „Mal schauen, jedenfalls höre ich auf Charly am besten“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Zur Erklärung: Weil es so viele Luisas, Louisas, Lisas im Göppinger Team gab und gibt, wurde ihr der Spitzname verpasst. Eine Luisa, die Charly gerufen wird – auch das ist ein Novum in der Frisch-Auf-Vereinsgeschichte.
Bundesliga
Play-offs
Viertelfinale 1: HB Ludwigsburg (1) – Frisch Auf Göppingen (8); Spiel 1: Mittwoch, 16. April, 19 Uhr (MHPArena), Spiel 2: Mittwoch, 30. April, 19 Uhr (EWS-Arena), eventuelles Spiel Spiel 3: Samstag, 03. Mai, 19 Uhr (MHPArena). Viertelfinale 2: Thüringer HC (4) – HSG Bensheim/Auerbach (5); Spiel 1: Sonntag, 20. April, 18:15 Uhr (Salza-Halle, live im Free-TV bei Eurosport), Spiel 2: Samstag, 26. April, 18 Uhr (Weststadthalle), eventuelles Spiel 3: Mittwoch, 30. April, 19:30 Uhr (Salza-Halle). Viertelfinale 3: Borussia Dortmund (2) – TuS Metzingen (7); Spiel 1: Samstag, 19. April, 19 Uhr (Sporthalle Wellinghofen), Spiel 2: Samstag, 26. April, 19:30 Uhr (Öschhalle), eventuelles Spiel 3: Samstag, 03. Mai, 19 Uhr (Sporthalle Wellinghofen). Viertelfinale 4: HSG Blomberg-Lippe (3) – VfL Oldenburg (6); Spiel 1: Samstag, 19. April, 18 Uhr (Sporthalle an der Ulmenallee), Spiel 2: Samstag, 26. April, 17:30 Uhr (EWE-Arena), eventuelles Spiel 3: Mittwoch, 30. April, 18:30 Uhr (Sporthalle an der Ulmenallee)
Play Downs
Halbfinale 1: Sport-Union Neckarsulm (9) – TSV Bayer 04 Leverkusen (12); Spiel 1: Donnerstag, 17. April, 19:30 Uhr (Ballei-Sporthalle), Spiel 2: Freitag, 25. April, 19 Uhr (Ostermann-Arena), eventuelles Spiel 3: Samstag, 3. Mai, 18 Uhr (Ballei-Sporthalle). Halbfinale 2: Buxtehuder SV (10) – BSV Sachsen Zwickau (11); Spiel 1: Samstag, 19. April, 16 Uhr (Halle Nord), Spiel 2: Samstag, 26. April, 18:30 Uhr (Stadthalle Zwickau), eventuells Spiel 3: Samstag, 03. Mai, 16 Uhr (Halle Nord). (jüf)