Nationale Naturmonumente sind außergewöhnlich schöne und seltene Landschaftsräume. Bayern bekommt diese Auszeichnung nun zum zweiten Mal.

Wochenend-Magazin: Markus Brauer (mb)

 Auszeichnung für Europas größtes Felsenlabyrinth: Das Felsenlabyrinth Luisenburg im oberfränkischen Wunsiedel wird zum 1. Februar als Nationales Naturmonument ausgewiesen.

 

Das teilte die Bayerische Staatskanzlei am Montag (12. Januar) in München mit. Das Felsenlabyrinth wird demnach das zweite Nationale Naturmonument im Freistaat nach der Weltenburger Enge an der Donau in Niederbayern.

Acht Nationale Naturmonumente

Nationale Naturmonumente sind laut Mitteilung rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind.

Die an internationale Vorbilder angelehnte Kategorie des Nationalen Naturmonuments ist demnach seit 2010 im Bundesnaturschutzgesetz verankert. Aktuell gibt es deutschlandweit acht Nationale Naturmonumente.

Für seine Entstehung wurden lange Zeit katastrophale Ereignisse wie Erdbeben angenommen. Foto: Imago/Chromorange
Heute weiß man, dass vielmehr die über geologische Zeiträume andauernden Vorgänge von Verwitterung und Erosion für die Bildung des Felsenlabyrinths verantwortlich sind. Foto: Imago/Zoonar
Die gut gerundeten Formen der einzelnen Blöcke entstanden durch Wollsackverwitterung im tropischen, feuchtwarmen Klima des Tertiärs vor 66 bis 2,6 Millionenn Jahren. Foto: Imago/Zoonar
Daraus ergaben sich die wildromantischen Wege durch enge Spalten und steile Treppen. Foto: Imago/Zoonar
Das nach der Königin Luise benannte Blockmeer ist bereits seit dem 18. Jahrhundert touristisch erschlossen und heute auch bekannt durch die von den Felsen eingerahmte Naturbühne sowie die jährlich dort stattfindenden Luisenburg-Festspiele. Foto: Imago/Imagebroker
Die erste Ausbauphase dauerte bis etwa zum Jahre 1800 und brachte die Namensgebung Luxburg in Erinnerung an den Burgstall Lugsburg mit sich. Foto: Imago/Chromorange
Eine zweite Ausbauphase setzte zwischen 1811 und 1815 ein. Foto: Imago/Panthermedia
Die Luisenburg entwickelte sich so zu einem Kleinod bürgerlicher Kultur und Landschaftsarchitektur. Foto: Imago/Imagebroker
Das Gelände wurde 1794 zur Aufführung des Singspiels Die kleine Ährenleserin von Johann Adam Hiller und Christian Felix Weiße benutzt. Foto: Imago/Imagebroker
Im Jahr 2002 wurde das Felsenlabyrinth vom Bayerischen Umweltministerium mit dem offiziellen Gütesiegel Bayerns schönste Geotope ausgezeichnet. Foto: Imago/Imagebroker
Im Jahr 2006 erfolgte die Aufnahme in die Liste der 77 ausgezeichneten Nationalen Geotope Deutschlands. Foto: Imago/Imagebroker

Langfristige Waldentwicklung

Beim Felsenlabyrinth Luisenburg handelt es sich den Angaben zufolge um ein landschaftlich und kulturhistorisch außergewöhnliches Areal, das die Anforderungen an ein Nationales Naturmonument in hervorragender Weise erfüllt.

„Neben der Erhaltung der imposanten Naturerscheinung mit ihren Felsformationen profitieren von der Ausweisung vor allem die natürlichen Fichtenblockwälder und Waldstrukturen, die sich langfristig entwickeln können“, heißet es seitens der Staatskanzlei. Durch die Auszeichnung erhält Oberfranken im Naturpark Fichtelgebirge einen weiteren Erlebnis-, Bildungs- und Forschungsmagneten, wie es weiter heißt.

Die Luisenburg sei ein beeindruckendes Monument von nationaler Bedeutung mit mehr als 100.000 Besuchern pro Jahr. Sie sei seit Ende des 18. Jahrhunderts ein Landschaftsgarten und stehe für die Verbindung von urwüchsiger Naturlandschaft und Kultur. Im örtlichen ältesten Freilichttheater Deutschlands fänden alljährlich die Luisenburg-Festspiele statt.