Dass es für das U-17-Team der Stuttgarter Kickers sehr schwer wird, den Klassenverbleib in der B-Junioren-Bundesliga zu schaffen, war schon vor Saisonbeginn klar. Die 0:12-Derby-Niederlage beim VfB Stuttgart gibt Trainer Lukas Kling schwer zu denken, der 32-Jährige blickt aber dennoch kämpferisch nach vorne.
Herr Kling, haben Sie jemals als Spieler oder Trainer eine 0:12-Klatsche kassiert?
Nein, ich habe noch nie zweistellig verloren. Letztes Jahr hatten wir gegen den FC Bayern München mit einem Mann weniger beim 1:6 auch keine Chance, aber da haben sich meine Spieler wenigstens gewehrt.
Und diesmal?
War überhaupt kein Aufbäumen da. Wir haben uns die Eier durch individuelle Fehler selbst reingelegt und lagen nach 16 Minuten mit 0:3 hinten, nach 35 Minuten stand’s schon 0:7, es war wie in einem falschen Film. Beim VfB klappte alles, bei uns rein gar nichts.
Ihr Team lief auch nach dem klaren Rückstand weiterhin früh und aggressiv an. Wäre nicht Schadensbegrenzung sinnvoller gewesen?
Nur weil wir gegen den VfB spielen, ändern wir grundsätzlich nicht unsere Spielweise. Es gab schon die Vorgabe, dass unsere Spitze nach dem deutlichen Rückstand erst an der Mittellinie anläuft, doch die Spieler waren vom Kopf her einfach nicht mehr da. Es war, als hätte jemand den Stecker gezogen.
Ausgerechnet im Derby.
Es ärgert mich einfach, dass sich die Mannschaft ohne Gegenwehr abschlachten ließ. Wir müssen weiß Gott nicht die Blutgrätsche auspacken, aber nur eine einzige Gelbe Karte sagt schon etwas aus über unser Auftreten.
Zur „Belohnung“ durfte Ihr Team ein paar extra Runden drehen.
Ja, wir haben das Team danach noch in den ADM-Sportpark einbestellt, wir konnten nach diesem Auftritt nicht zur Tagesordnung übergehen. Aber damit ist der Fall auch erledigt, es hilft nicht, weiter auf die Jungs einzuprügeln, vielmehr habe ich ihnen zwei Tage freigegeben, um den Kopf frei zu bekommen. Wir – das Trainerteam und die Mannschaft – müssen uns jetzt selbst da rausziehen und gemeinsam daraus lernen.
Und den Klassenverbleib schaffen?
Dass das mega schwer wird, weiß jeder. Aber wir werden uns künftig wehren, das verspreche ich. Schon gegen den TSV 1860 München (Anm. d. Red.: am kommenden Samstag um 11 Uhr im ADM-Sportpark) wird die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen.