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Luswigsburg Violistin Arabella Steinbacher im Forum

Von Gabriele Metsker 

Die Violinistin Arabella Steinbacher kommt mit dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg am 24. November ins Forum nach Ludwigsburg.

Arabella Steinbacher spielt auf einer Stradivari namens „Booth“.  Foto: Sammy Hart
Arabella Steinbacher spielt auf einer Stradivari namens „Booth“. Foto: Sammy Hart

Zum ersten Mal hat die Violinistin Arabella Steinbacher das Violinkonzert von Johannes Brahms vor genau zehn Jahren gespielt: Beim Eröffnungskonzert des Schleswig-Holstein-Musikfestivals mit dem NDR-Symphonieorchester.

Da lag ihr Durchbruch schon vier Jahre zurück. Den hatte die 1981 als Tochter einer Japanerin und des Musikprofessors Alexander Steinbacher geborene Musikerin bereits 2004, als sie mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Sir Neville Marriner in Paris konzertierte.

Nun kommt Arabella Steinbacher mit dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg am 24. November ins Forum nach Ludwigsburg. Auf dem Programm steht neben dem Violinkonzert von Johannes Brahms die Symphonie Fantastique von Hector Berlioz. Die Leitung hat Marko Letonja.

Uraufführung am Neujahrstag 1879

Wer das Violinkonzert von Brahms (op. 77) für einen Konzertabend wählt, müsste theoretisch dazu keine genaueren Angaben machen. Denn Brahms hat nur dieses eine geschrieben. Und die Geigensolisten seiner Zeit waren ihm dafür keineswegs nur dankbar.

Uraufgeführt hatte es am Neujahrstag 1879 im Leipziger Gewandhaus kein Geringerer als Joseph Joachim, den Brahms während der Komposition auch immer wieder um Rat gebeten hatte. Schließlich war der Komponist selbst kein Geiger, sondern Pianist, und Joachim gab ihm immer wieder Rückmeldung, wie sich manches vielleicht doch „geigengerechter“ schreiben ließe.

Vor allem an zwei Dingen störten sich dann dennoch manche namhaften Zeitgenossen: an den technischen Schwierigkeiten, vor allem aber an der sinfonischen Behandlung des Solo-Instruments. Will heißen, die Geige ist in diesem Violinkonzert gewisser­maßen die Erste unter Gleichen. Sie beschränkt sich nicht auf die Umspielung melodischer Themen, sondern nimmt maßgeblich Anteil an der Entwicklung der Motive.

Kritik kam seinerzeit beispiels­weise vom Violinvirtuosen Henryk Wieniawski, der das Konzert als unspielbar bezeichnete. Pablo de Sarasate weigerte sich gar, es zu spielen. Seine Begründung: Die Oboe habe zu Beginn des zweiten Satzes die einzige Melodie des Konzerts, die damit der Violine vorenthalten bleibe. Angeblich hat all diese Kritik Brahms so sehr getroffen, dass er Skizzen für ein zweites Violinkonzert verbrannt hat.

Sie spielt seit ihrem dritten Lebensjahr

Arabella Steinbacher lässt sich freilich weder von den technischen Schwierigkeiten noch von der sinfonischen Behandlung der Violine abschrecken – wie andere große Geiger, darunter Gidon Kremer, Yehudi Menuhin, Dawid Oistrach oder Itzhak Perlman. Steinbacher spielt das Instrument seit ihrem dritten Lebensjahr, und für sie kam auch nie ein anderes Instrument infrage. Zwar habe ihr als Kind der große Bösendorfer-Flügel ihres Vaters sehr gefallen, sagte sie einmal in einem Interview, jedoch sei ihr das Instrument zu weit weg gewesen.

„Ich brauche ein Instrument, das ich umarmen kann“, sagt sie. Für sie ist ein Streichinstrument so nah am Gesang wie kein anderes In­strument. Sie möchte, so sagt sie, aus einem Ton eine ganze Welt erschaffen, so dass sie den Ton zugleich kreieren und modellieren kann; in einem einzelnen Ton ein Crescendo, ein Decrescendo und tausend Farben gestalten.

Die ersten Schritte machte Arabella Steinbacher als Kind mit der sogenannten Suzuki-Methode, bei der das Spielen nach Gehör vor dem Erlernen der Noten steht. Später hatte sie Unterricht bei bedeutenden Lehrern wie Ana Chumachenco oder Ivry Gitlis. Bekannt ist Arabella Steinbacher für ihr breites Repertoire.

Arabella Steinbacher: 24. November, 19.30 Uhr, Forum Ludwigsburg, 0 71 41 / 9 10 39 18