Luther-Ausstellung im Landratsamt in Waiblingen Spuren des Reformators im Rems-Murr-Kreis

Daas Wandbild „Martin Luther mit Kruzifix“ war lange Zeit im Turm der Jakobuskirche in Oppenweiler verschollen. Nun ist es im Landratsamt zu sehen. Foto: Martin Stollberg
Daas Wandbild „Martin Luther mit Kruzifix“ war lange Zeit im Turm der Jakobuskirche in Oppenweiler verschollen. Nun ist es im Landratsamt zu sehen. Foto: Martin Stollberg

Im Waiblinger Landratsamt ist die Ausstellung „Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“ zu sehen. Darunter ist auch eine fast 50 Jahre in Oppenweiler verschollene Wanddarstellung aus Oppenweiler.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)
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Waiblingen - Obwohl er zu Lebzeiten nie persönlich im Gebiet des heutigen Rems-Murr-Kreises gewesen sei und es auf seinen vielen Reisen nicht einmal nach Württemberg schaffte, habe Martin Luther weite Teile des Kreisgebiets in vielerlei Hinsicht tiefgreifend verändert. Das hat der Landrat Richard Sigel anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung im Verwaltungshaus am Alten Postplatz betont. Dort ist seit Mittwochabend eine Wanderausstellung des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart zu sehen, welche die wechselhafte und vielfältige Darstellung des Reformators anhand von 40 Porträts aus sechs Jahrhunderten auf 15 großformatigen Tafeln erläutert. Ergänzt wird die Schau durch örtliche Exponate.

Bauer-Bild taucht wieder auf

Zusätzlich zu sehen ist beispielsweise eine große Wanddarstellung des Stuttgarter Malers und Grafikers Karl Bauer (1868– 1942), der sich Anfang des 20. Jahrhunderts auf Porträts bedeutender Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, Bismarck – und eben Martin Luther – spezialisierte. Das Bild hing bis zur Renovierung des Innenraums in den 1970er Jahren in der Jakobuskirche in Oppenweiler. Seither lagerte es für die Öffentlichkeit unsichtbar im dortigen Kirchturm.

An anderen Stellen im Kreisgebiet ist die mit am häufigsten dargestellte Person der Geschichte – laut Einschätzung des Landrats ein „Medienmensch und PR-Profi, der wusste, welche Kraft Bilder und Worte entfalten können“ – in unterschiedlicher Form noch heute präsent. So gibt es in zwölf Gemeinden Straßenschilder mit seinem Namen, in Fellbach ist eine Kirche nach ihm benannt. In Alfdorf wurde 1883, anlässlich seines 400. Geburtstages, eine Luthereiche gepflanzt. Das stattliche Exemplar, von dem in der Ausstellung ein Foto zu sehen ist, war vor ein paar Jahren allerdings einem Sturm zum Opfer gefallen, die Ersatzpflanzung etwa 20 Meter entfernt muss nun erst noch wachsen.

Vortrag zur Situation im 16. Jahrhundert

Das und einiges mehr wird im Foyer des Landratsamts in Waiblingen während der Öffnungszeiten der Behörde bei freiem Eintritt noch bis zum 31. März präsentiert. Ebenfalls dort kann man sich ergänzend zum Ausstellungsthema am kommenden Dienstag, 21. Januar, über die Zeit der Reformationsbewegung im Gebiet des heutigen Rems-Murr-Kreises informieren. Der Kreisarchivar Andreas Okonnek wird von 18 Uhr an auf die Lebensumstände im 16. Jahrhundert eingehen und aufzeigen, wie Luther und seine Thesen damals hierzulande aufgenommen wurden.




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