Ludwigsburg möchte gemeinsam mit Stuttgart und Esslingen die Bundesgartenschau ausrichten. Nun sollen Chancen und Herausforderungen geprüft werden. Das kostet eine stattliche Summe.
Der Ludwigsburger Gemeinderat hat sich am Mittwoch dazu entschlossen, eine Machbarkeitsstudie zur Durchführung der Bundesgartenschau 2043 in Auftrag zu geben. Stuttgart, Esslingen und Ludwigsburg haben gemeinsam mit dem Verband Region Stuttgart Interesse bekundet, die Buga gemeinsam auszurichten. „Es scheint widersprüchlich zu sein, jetzt über das Thema zu sprechen“, sagt Oberbürgermeister Matthias Knecht bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend, nachdem die Stadträte zuvor über Grundsteuer-Erhöhung und gestiegene Kita-Gebühren abgestimmt hatten. „Aber die Stadt gibt die Zukunft nicht auf, wir brauchen Ideen und Visionen“, so Knecht. Im Mittelpunkt der Buga steht der Neckar, der zur Erlebnislandschaft umgewandelt werden soll.
Ziel der Machbarkeitsstudie: räumliche und thematische Schwerpunkte identifizieren, Entwicklungspotenziale ausloten sowie mögliche Herausforderungen und Kosten bewerten. Jede Kommune wird sich dafür mit knapp 66 000 Euro beteiligen. Doch nicht alle Stadträte sind davon überzeugt. „Wir haben kein Geld für Straßen, Schulen, Spielplätze und haben schon zwei Mal viel Geld für die Landesgartenschau ausgegeben, die wir dann nicht ausgerichtet haben“, sagt Margit Liepins von der SPD. Ihre Partei stelle sich die Frage, was man am Neckar überhaupt noch machen wolle, gerade in Kooperation mit zwei Städten, die deutlich größeren Bedarf haben.
Buga für die Profilbildung der Stadt
CDU und FDP sprachen sich für die Machbarkeitsstudie aus, wiesen aber darauf hin, dass klar sein müsse, was die Stadt damit erreichen wolle und was sie sich finanziell leisten kann. „Wir können nicht sagen, wir schrumpfen uns gesund in der Hoffnung, irgendwann schwarze Zahlen zu schreiben“, sagte Claus-Dieter Meyer (CDU). Hierbei gehe es auch um Profilbildung der Stadt. Doch so viel Geld auszugeben, nur damit Ludwigsburg noch zwei grüne Wiesen dazu bekomme, sei keine Option.
SPD, Linke und AfD stimmten gegen die Machbarkeitsstudie, die restlichen Parteien größtenteils dafür. Im Gegensatz zu den Landesgartenschauen werde eine Bundesgartenschau ohne Konkurrenzauswahl vergeben, erklärt OB Knecht. Kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die drei Kommunen in der Lage sind, eine Bundesgartenschau zu präsentieren, liegt die finale Entscheidung zur Teilnahme bei den Gemeinderäten der jeweiligen Kommunen, beim Verband Region Stuttgart und bei der Buga GmbH. Für die Studie wird eine Ausschreibung stattfinden, auf die sich Büros bewerben können. „Wir rechnen damit, dass deren Ergebnisse bis zum Jahresende 2026 vorliegen“, so Knecht.