Stuttgarter Frühlingsfest Was bedeutet der Macheten-Vorfall für die EM?

Die Polizei hat beim Frühlingsfest schnell gehandelt – weil die brenzlige Lage früh erkannt wurde. Foto: dpa/Marijan Murat

Der Auftritt eines 19-Jährigen mit Machete in der Menschenmenge des Frühlingsfests ist glimpflich ausgegangen. Auch dank Videoüberwachung, die in Stuttgart zum Fußball-Großereignis noch wichtiger werden soll.

Lokales: Wolf-Dieter Obst (wdo)

Hat die Videoüberwachung auf dem Cannstatter Wasen Schlimmeres verhindert? Der Zwischenfall mit einem 19-Jährigen, der am Samstagabend mit einer Machete auf dem Frühlingsfest aufgetaucht war, wirft auch ein Schlaglicht auf die anstehende Fußball-EM mit Spielen in Stuttgart. Die Videoüberwachung auf dem Schlossplatz, bisher nur nachts und an den Wochenenden aktiviert, soll bei der EM zeitlich ausgedehnt werden. „Die Abstimmungen sind aber noch nicht final“, bestätigt Polizeisprecher Jens Lauer die Planungen.

 

Der 19-Jährige, der bei einer Auseinandersetzung unter jungen Leuten vor einem Fahrgeschäft eine Machete mit 45 Zentimeter langer Klinge gezückt hatte, war den Beamten schon früh per Kameraüberwachung aufgefallen. „Plötzlich war da eine Bewegung unter mehreren jungen Männer entstanden“, sagt Lauer. Die Beamten hätten schnell erkannt, dass sich da etwas Brenzliges anbahnt. Auch der private Sicherheitsdienst habe sich kurz darauf gemeldet.

Ein Polizist zückt die Schusswaffe

Am Tatort habe der 19-Jährige die Machete in der Hand gehabt, aber niemanden konkret bedroht. Ein Polizist habe die Dienstwaffe gezogen und den Lauf nach unten gerichtet. Der junge Mann habe daraufhin zu flüchten versucht, so Polizeisprecher Lauer, sei aber nach wenigen Metern überwältigt worden. Die Hieb- und Stichwaffe konnte beschlagnahmt werden. Verletzt wurde niemand.

Der Hintergrund des Streits ist unklar geblieben. Auch wer da gegen wen mit welcher Gruppe beteiligt war – die Fragen sind weiter offen. Der 19-Jährige ist in der Pfalz wohnhaft gemeldet, soll dort allenfalls wegen weniger kleinerer Delikte polizeibekannt sein – auch wegen Körperverletzung. Warum der junge Mann syrischer Herkunft eine Machete im Hosenbein beim Frühlingsfest auf dem Wasen dabei hatte, darüber machte er offenbar keine Angaben. Gemeinhin lautet das Argument junger Männer zum Messerbesitz gerne, sich im Gefahrenfall verteidigen zu müssen.

Konsequenzen werden geprüft

Letztlich hat es keinen Haftgrund gegeben. Der 19-Jährige wurde nach der erkennungsdienstlichen Behandlung und der Anzeigenaufnahme wieder auf freien Fuß gesetzt. Dass er trotz Sicht- und Taschenkontrollen auf das Wasengelände kam, ist freilich ein Alarmsignal.

Nach Auskunft der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft würden Konsequenzen aus dem Vorfall geprüft. Sicherheitsexperten wissen freilich auch, dass Leibesvisitationen am Eingang bei Massenveranstaltungen kaum eine Option sein können. Bei der Fußball-EM im Juni mit Fanfesten auf dem Schlossplatz wollen die Behörden die Augen offen halten – und die Videoüberwachung zeitlich ausweiten. Laut Innenministerium und Stadtverwaltung gibt es hierzu noch keine Details.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart Machete