Machtkampf beim VfB Stuttgart „Vertrauen komplett verloren“: Fanvertreter schlagen Alarm

Den VfB-Fans ist derzeit nicht zum Feiern zumute – nicht alleine wegen der Geisterspiele. Foto: Baumann
Den VfB-Fans ist derzeit nicht zum Feiern zumute – nicht alleine wegen der Geisterspiele. Foto: Baumann

Im Stadion können die Anhänger des VfB Stuttgart ihren Unmut über den Machtkampf zwischen Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und Präsident Claus Vogt wegen der Geisterspiele nicht loswerden. Daher haben die Vertreter des offiziellen Fanausschusses nun einen Brandbrief verfasst, der an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig lässt.

Sport: Marko Schumacher (schu)

Stuttgart - An Tag neun des öffentlich ausgetragenen Machtkampfs beim VfB Stuttgart ist am Donnerstag das bereits vierte öffentliche Schreiben publiziert worden. Vorstandschef Thomas Hitzlsperger hatte am Tag vor Silvester mit seiner Frontalattacke auf Claus Vogt die Lawine ausgelöst, woraufhin der Präsident zur Replik ausholte. Am Dienstag meldete sich dann der Vereinsbeirat zu Wort, um die beiden Streithähne zur Räson zu rufen. Jetzt sind es die Fanvertreter des VfB-Fanausschusses, die ihren Unmut kundtun – und mit Kritik nicht sparen.

„Über die jetzt eingetretene Situation sind wir maßlos enttäuscht“, schreiben sie, „Fans und Mitglieder werden zwischen Kampagne und Gegenkampagne zerrieben, mit durchgesteckten Infos oder zweifelhaften Vorwürfen aufgehetzt und durch Sympathien gespalten.“ Die Enttäuschung über die Funktionäre habe weitreichende Folgen: „Lagerübergreifend erleben wir große Frustration, die vielen Menschen nun auch noch die Freude an der Mannschaft nimmt.“

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Es ist vor allem Thomas Hitzlsperger, der mit seiner „ungebührlichen Attacke auf den Aufsichtsratsvorsitzenden“ Claus Vogt den Ärger der Fanvertreter auf sich gezogen hat – aber auch die Gremien in AG und e.V. Dass von Vorstand, Aufsichtsrat, Präsidium und Vereinsbeirat kein „öffentliches Wort der Rückendeckung für den gewählten Repräsentanten der Mitglieder“ zu vernehmen sei, vertiefe die Gräben noch weiter: „Das Vertrauen vieler Fans und Mitglieder hat man erstmal wieder komplett verloren. Das Ansinnen, den Vorstandsvorsitzenden der AG zum Präsidenten des e.V. zu machen, verschärft den Konflikt noch weiter.“

Die Fanvertreter fordern eine umgehende Aufklärung der Datenaffäre

Die Fanvertreter erinnern daran, dass das „Zusammenspiel zwischen e.V. und AG ein zentrales Versprechen der Ausgliederung“ gewesen sei: „Diese gewünschte Gewaltenteilung wieder aufzuheben und durch eine neuartige und abstruse Doppelfunktion zu ersetzen, bricht erneut mit Versprechen, Erwartungen und Beschlüssen.“ Gleichzeitig werden in Bezug auf die noch immer ungeklärte Datenaffäre „alle Beteiligten“ dazu aufgerufen, „die im Raum stehenden Vorwürfe endlich mit Nachdruck aus der Welt zu schaffen, anstatt ständig neue zu erheben“.

„Hinter diesen Zeilen“, so schließt das Schreiben der Fanvertreter, „steckt unser ausdrücklicher Wunsch, dass der VfB Stuttgart dringend in ruhigere Fahrwasser kommen muss. Mit Hauruck-Strukturänderungen, Schlammschlachten, ungeklärten Vorwürfen und nicht aufgearbeiteten Affären wird das aber nicht möglich sein.“

Dem VfB-Fanausschuss gehören Vertreter der größten Fangruppierungen an

Dem VfB-Fanausschuss fungiert laut seiner Geschäftsordnung „als repräsentatives Bindeglied zwischen den einzelnen Fan-Gruppen und dem Vorstand“ und hat sich „die Aufrechterhaltung eines dauerhaften und partnerschaftlichen Dialogs zwischen der Vereinsführung und der gesamten Fanbasis“ zu Ziel gesetzt. Ihm gehören zwölf Vertreter unterschiedlicher Lager an, darunter der größte offizielle Fanclub RWS Berkheim sowie die größte Ultra-Gruppierung Commando Cannstatt.




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