Maduro verlegt Weihnachten Sozialistische Bescherung

Kein Weihnachtsengel: Venezuelas Staatspräsident Nicholás Maduro. Foto: Fernando Vergara/AP/Fernando Vergara

Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro lässt Weihnachten im Oktober feiern. Nach der betrügerischen Präsidentenwahl Ende Juni hat er Geschenke an das Volk bitter nötig.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Armin Käfer (kä)

Das Amtsgebaren des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro erinnert eher an Knecht Ruprecht als an den Weihnachtsmann. Ein Großteil seiner Landsleute hält seine Regentschaft mehr für ein Fegefeuer als für ein Geschenk. Maduro lässt den bei der Präsidentschaftswahl am 28. Juni mutmaßlich siegreichen Oppositionskandidaten Edmundo González Urrutia mit Haftbefehl verfolgen. Um den Unmut im Lande zu besänftigen, hat sich der Erdölsozialist nun eine besondere Bescherung ausgedacht: Er will das Weihnachtsfest auf den 1. Oktober vorziehen.

 

Lebensmittelpakete für die Elendsviertel

Eine geradezu gottgleiche Verfügungsgewalt über einen der wichtigsten Termine im christlichen Festkalender hat Maduro sich nicht zum ersten Mal angemaßt: Während der Coronapandemie zog er Weihnachten 2020 auf den 15. Oktober vor, im Jahr darauf auf den 4. Oktober. Der Regierungschef des trotz immenser Ölvorkommen komplett verarmten Landes lässt an Weihnachten stets Lebensmittelpakete in den Elendsvierteln verteilen. Die Empfänger hätten freilich einen größeren Nutzen, wenn sie mithelfen würden, den Diktator seiner irdischen Gerechtigkeit zuzuführen: Die Vereinigten Staaten haben auf Maduro wegen Korruption und Kollaboration mit Drogenkartellen ein Kopfgeld von 15 Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Weihnachten wird übrigens spätestens seit dem Jahr 354 am 25. Dezember gefeiert. Historiker sind noch uneins, warum an diesem Tag. Wohl wegen der Saturnalien, einem ausufernden Fest zu Ehren des römischen Gottes Sol invictus. Maduro wäre wohl auch gerne invictus, was zu deutsch unbesiegbar heißt. Katholische Traditionen, der 96 Prozent seiner Landsleute anhängen, scheren ihn vermutlich wenig. Er verehrt den indischen Guru Sathya Sai Baba – eine ebenfalls zwielichtige Figur.

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