Mähroboter im Garten Rollende Gefahr für Igel und Co.

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Die Stiftung Warentest und Naturschützer warnen: Mähroboter, die unbeaufsichtigt den Rasen scheren werden, sind eine potenzielle Gefahrenquelle für Kinder und kleine Tiere.

Putzige Tierchen – und durch Mähroboter bedroht: „Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie besonders gefährdet“, warnt der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV). Foto: dpa
Putzige Tierchen – und durch Mähroboter bedroht: „Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie besonders gefährdet“, warnt der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV). Foto: dpa

Berlin/Stuttgart - Mähroboter sind sehr praktisch und werden immer beliebter. Die vollautomatischen Helferim Garten übernehmen das von manchen als lästig empfundene Mähen, schnurren nahezu geräuschlos über das Grün und halten es stets gepflegt. Doch über die potenziellen Gefahren machen sich nur die wenigsten Gedanken.

Stiftung Warentest: Gefahren für Kinder

Die Stiftung Warentest hat 2018 acht Rasenroboter geprüft, fünf davon für Rasenflächen bis 1000 Quadratmeter und drei für größere Gärten. Die Preise reichten von 800 bis 2850 Euro. Obwohl sechs der acht Roboter den Rasen einwandfrei mähten, bekamen am Ende der Testreihe alle Geräte wegen des Unfallrisikos nur die Note „befriedigend“.

Zwar erkannten sämtliche vollautomatischen Mäher ein stehendes Kleinkind, aber bei einem krabbelnden Kind wurde es kritisch. Zwei Modelle fuhren auf eine Fußattrappe auf, was bei einem spielenden Kind zu Schnittverletzungen geführt hätte. Die Prüfer gaben den beiden Geräten dafür die Note „mangelhaft“.

Auch vor einer simulierten Kinderhand machte keines der acht Modelle halt, was die Prüfer als erhebliches Sicherheitsrisiko einstuften.

Naturschützer: Lebensgefahr für kleine Tiere

Auch Naturschutzverbände wie der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) warnen: Die Geräte stellen eine Gefahr für Tiere dar. „Mähroboter machen das Leben vielleicht kurzzeitig bequemer, doch die Artenvielfalt hat in Robotergärten keine Chance mehr.“

Amphibien, Blindschleichen, Insekten, Spinnen und kleine Säugetiere könnten den leisen Maschinen zum Opfer fallen. Igel beispielsweise rollen sich bei Gefahr zusammen und warten erst einmal ab. Viele Gartenbesitzer würden Mähroboter vor allem nachts laufen lassen, erklärt LBV-Sprecher Markus Erlwein. „Wenn dann die Roboter an nachtaktive Tiere wie Igel heranfahren, können diese verletzt und sogar getötet werden.“

Hersteller: Nicht unbeaufsichtigt nutzen

Die Hersteller weisen in ihren Bedienungssanleitungen zwar ausdrücklich darauf hin, dass Mähroboter zum Schutz von Kindern und Haustieren weder am Tag noch nachts unbeaufsichtigt eingesetzt werden dürfen. Doch schafft man sich nicht genau deswegen einen autonomen Helfer an?